Oberthulba
Gemeinderat

Häuschen muss weichen

Sigismund von Dobschütz Eine Besonderheit, "die wir zum Glück nicht allzu oft haben", musste Oberthulbas Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) dem Gemeinderat zur Beratung vorlegen. Es handelte s...
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Sigismund von Dobschütz Eine Besonderheit, "die wir zum Glück nicht allzu oft haben", musste Oberthulbas Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) dem Gemeinderat zur Beratung vorlegen. Es handelte sich um die widerrechtliche Errichtung eines Häuschens ohne Baugenehmigung auf einem abseits gelegenen Grundstück an der Ziegelhütte in Thulba sowie laufende Maßnahmen für einen Anbau.

Tätig wurde die Gemeindeverwaltung, nachdem Fachleute des Landratsamtes als zuständige Genehmigungsbehörde bei einer Ortseinsicht im Dezember festgestellt hatten, dass neben dem bereits errichteten Häuschen ohne Genehmigung jetzt mit den Arbeiten für einen Anbau begonnen worden war. Unverzüglich wurde dem Grundstückseigentümer ein offizieller Bescheid zur Einstellung dieser Baumaßnahmen geschickt.

Doch kürzlich hatte der Oberthulbaer Bauamtsleiter Bernd Wald feststellen müssen, dass statt der Baueinstellung nun auf diesem Grundstück auch noch ein Stromanschluss gelegt wurde. "Das Bayernwerk hat den Stromanschluss ausgeführt, ohne zu wissen, dass dort gar keine Baugenehmigung vorliegt", erklärte Geschäftsleiterin Nicole Wehner den Gemeinderäten. Folgerichtig meldete das Rathaus diesen Vorgang ans Landratsamt, das den Grundstückseigentümer daraufhin vorlud.

Es sei in der Vergangenheit schon mal vorgekommen, dass kleinere Bauten, für die zuvor keine rechtliche Genehmigung erteilt worden war, durch später eingereichten Bauantrag nachträglich genehmigt worden seien, berichtete der Bürgermeister. Doch in diesem Fall sei kein Einverständnis möglich: Das besagte Grundstück liegt nicht nur im Außenbereich des Bebauungsplans, sondern vor allem in der engeren Schutzzone jenes Wasserschutzgebietes, aus dem die Wasserversorgung der Gemeindeteile Frankenbrunn und Thulba gespeist wird. Nach amtlicher Verordnung sind dort "die Errichtung oder Erweiterung sonstiger bauliche Anlagen" eindeutig verboten.

Nach dieser Klarstellung war sich der Gemeinderat einig, der Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt mitzuteilen, dass seitens des Marktes "mit der Vorgehensweise des Bauwerbers keinerlei Einverständnis besteht" und diesem Bauvorhaben nicht zugestimmt wird. Zudem könne der dortigen Papageienhaltung wegen der bereits von Nachbarn beklagten Lärmbelästigung nicht zugestimmt werden. Der Gemeinderat empfahl deshalb die Beseitigung des Bauvorhabens - "unverzüglich".

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