Coburg

Hackerangriff auf die Hochschule

Regionale Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen, wenn sie junge IT-Fachkräfte anlocken wollen. Dynamic commerce aus Kulmbach geht dazu mit einem Escape Room und einer spannenden Geschichte auf Tour.
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Kristina Barth im Escape Room, der in der Brose-Aula der Hochschule aufgebaut war. Drinnen sieht es aus wie in einer normalen Studentenbude - nach dem Einsatz im Kampf gegen den Hacker hat sich das Bild deutlich verändert. Foto: Rainer Lutz
Kristina Barth im Escape Room, der in der Brose-Aula der Hochschule aufgebaut war. Drinnen sieht es aus wie in einer normalen Studentenbude - nach dem Einsatz im Kampf gegen den Hacker hat sich das Bild deutlich verändert. Foto: Rainer Lutz

Das Team "Hashtags" war nah dran. Um ein Haar hätte es den Angriff abwehren können, der das gesamte IT-System der Hochschule Coburg zusammenbrechen lassen sollte. Um ein Haar hätten sie den letzten Code eingeben können, mit dem der Hacker und Informatik-Student Simon B. seinen Rechner gesichert hatte. Tja, aber eben nur um ein Haar. Ein Glück, dass es nur ein Spiel war.

Ausgedacht hat sich die Aktion die Firma dynamic commerce aus Kulmbach. "Es ist nicht einfach, IT-Fachkräfte aus Hamburg oder München in die Region zu holen", sagt Kristina Barth, die bei dynamic commerce für das Personal zuständig ist. Man muss sich etwas einfallen lassen. Das Unternehmen hat das getan und einen besonderen Escape Room entwickelt, um sich Studierenden als spannender Arbeitgeber zu präsentieren. Nicht in Hamburg, in der Region. Ein Reiz, der seinen Zweck offenbar nicht verfehlt. "Zuletzt waren wir an der OTH Amberg/Weiden. Da waren wir ausgebucht, und hier in Coburg sind wir auch ausgebucht", sagt Kristina Barth.

Kein Wunder, die Aktion bietet eine willkommene Abwechslung im Hochschulalltag - daher wollen nicht nur Studierende bei dieser Roadshow mit einem selbst entwickelten IT Escape Room dabei sein. Mit "The real HRZ" hat sich auch eine Truppe aus dem Hochschulrechenzentrum angemeldet.

Die Drohung des Simon B.

Die Story: Ein Hacker droht damit, alle Daten des Hochschulrechenzentrums unwiederbringlich zu löschen. Jedes Team besteht aus drei bis fünf Studierenden, die den Angriff abwehren müssen. Dafür gilt es, verschiedene Rätsel zu lösen und Codes zu entschlüsseln. Nur so lässt sich den düsteren Machenschaften des Hackers auf die Schliche kommen. Die Zeit läuft: Den Teams bleiben nur 45 Minuten. Nach etwas über 43 spannenden Minuten dann die erlösende Meldung von "The real HRZ": "Der Angriff wurde abgewehrt."

Die "Hashtags" müssen also nicht allzu traurig sein, schließlich war es bei den Profis auch knapp - nur eben knapp erfolgreich. Spaß hatten aber auch alle, die am Ende nicht verhindern konnten, dass Simon B. sein übles Werk vollenden konnte.

Dabei sind in diesem Escape Room der besonderen Art die meisten Aufgaben denen in anderen Räumen dieser Art nicht unähnlich. Doch einige Probleme erfordern eben Leute mit IT-Verstand.

Argumente für Jobs in der Region

Das sind die Leute, die Kristina Barth auf dynamic commerce aufmerksam machen möchte. Hat sie erst einmal Interesse geweckt, kann sie die Trümpfe ausspielen, die das Kulmbacher Unternehmen auszeichnen, wie sie findet. "Wir sind ein sehr junges Team. Das Durchschnittsalter liegt bei 28 Jahren", nennt sie schon den ersten Punkt, der für Studienabsolventen interessant sein könnte. Dazu komme eine sehr moderne Arbeitsumgebung. "Jeder hat seinen festen Platz im großzügig gestalteten Unternehmen, aber arbeiten können alle, wann und wo sie wollen", betont sie. Ein Umstand, der zurzeit immer mehr Beachtung findet, wie sie feststellt.

Mit über 60 Mitarbeitern gestaltet dynamic commerce Webshop-Auftritte vor allem für mittelständische Unternehmen. "Wir haben eine Webshop-Software entwickelt", nennt Kristina Barth das Kerngeschäft. Der Verkaufsauftritt im Internet wird für den Kunden designt, programmiert und ins Netz gebracht. "Und wenn er das mit Flyern bewerben möchte, machen wir die auch", beschreibt Kristina Barth das Angebot.

Es muss nicht die Metropole sein

Nach der Hochschule Coburg macht der mobile Escape Room Station an der EDV-Schule Wiesau und der Universität Bayreuth. "Wir sehen das als Signal an Studierende, dass sie nach ihrem Abschluss nicht in eine Großstadt ziehen müssen, um einen attraktiven und innovativen Arbeitgeber zu finden", nennt das Unternehmen das Ziel, das mit dieser speziellen "Roadshow" verfolgt wird. Ob es nach der laufenden Tour weitere Einsätze für den IT Escape Room geben wird? Escape-Projekte sind zurzeit sehr angesagt. Wer Abwechslung sucht, muss trotzdem weite Anfahrten in Kauf nehmen. Ein mobiles Angebot könnte da ein lohnendes Geschäftsmodell werden. Zumindest bestätigten alle, die am Kampf gegen den Hacker Simon B. beteiligt waren, dass sie jede Menge Spaß dabei hatten. Vielleicht geht ja Kristina Barth mit ihrem Team aus Michelle Ramsauer, Sandro Giumta, Patrick Bär und Dominik Häckel noch mal auf Tour.

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