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Herzogenaurach

Habitate für Fische und Frösche

Sechs so genannte hydromorphologischen Maßnahmen sollen die Wasserqualität der Aurach verbessern. Im Planungsausschuss kritisierte CSU-Stadtrat Schwab zugewucherte und verschmutzte Mäander. Lob gab's für die Schautafeln.
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Das Wasserwirtschaftsamt plant sechs Maßnahmen, um die ökologische Qualität der Aurach zu verbessern.  Fotos: Bernhard Panzer
Das Wasserwirtschaftsamt plant sechs Maßnahmen, um die ökologische Qualität der Aurach zu verbessern. Fotos: Bernhard Panzer
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Bernhard PAnzer Was das Wasserwirtschaftsamt auf Herzogenauracher Stadtgebiet an und in der Aurach genau plant, sollte den Mitgliedern des Planungsausschusses am Dienstag von zwei Mitarbeitern der Behörde erläutert werden. Diese hatten sich aber entschuldigen lassen, wie Bürgermeister German Hacker erläuterte, denn bedingt durch die Corona-Krise nehme das Amt keine Außentermine mehr wahr. So übernahm Anja Wettstein vom Planungsamt der Stadt deren Aufgabe.

Die geplanten Maßnahmen dienen dazu, das Gewässerbett aufzubereiten. Die Aurach soll Fische und Amphibien anlocken, in dem für sie Habitate geschaffen werden. Das kann beispielsweise durch Totholzbereiche geschehen, sagte Wettstein.

In der Sitzung wurde grundsätzlich begrüßt, dass mit der Aurach etwas geschieht. Gleichwohl äußerte CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab auch eine deutliche Kritik am Zustand des Ufers. Es seien Mäander angelegt worden, die zwischenzeitlich zugewuchert, verdreckt und vermüllt seien. Schwab gab sich "maßlos enttäuscht" über diese negativen Veränderungen und nannte unter anderem den Bereich an der Hans-Maier-Brücke nahe des Schaeffler-Osttors. Diese Mäander sollten Rückzugsgebiete für kleine Fische sein, aber "keiner kümmert sich darum".

Der Politiker bezeichnete das als Verschwendung von Steuergeldern. "Da müssen wir was machen", forderte er und schickte die Frage hinterher, wer denn verantwortlich sei. "Wenn das Wasserwirtschaftsamt das macht, seh' ich schwarz."

Das Problem erkannt

Bürgermeister German Hacker (SPD) verwies zum einen darauf, dass die Schautafeln des Fischlehrpfades, die dort aufgestellt worden sind, eine sehr positive Resonanz gefunden hätten. Zum anderen sei Schwabs Kritik erkannt und werde angesprochen. Er nahm die Kollegen der Behörde auch in Schutz. Sie würden sich auch mehr Kollegen wünschen, sagte er.

Die geplanten hydromorphologischen Maßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg dienen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an der Mittleren Aurach. Die genannte Richtlinie fordert Maßnahmen, die die Struktur der Gewässer verbessern. Das gilt dann, wenn diese Gewässer aufgrund struktureller Defizite den so genannten "guten ökologischen Zustand" verfehlen. Auf die Mittlere Aurach bis zur Mündung in die Regnitz trifft das zu - sie verfehlt aufgrund ihrer Defizite im Bereich Fischfauna und Wasserpflanzen/Algenaufwuchs die Zielvorgabe "guter ökologischer Zustand", wie es im Beschlussvorschlag heißt.

Das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg hat nun, in Abstimmung mit der Stadt Herzogenaurach und dem Fischereiverein Herzogenaurach, konkrete und verortete Maßnahmenvorschläge erarbeitet, wird weiterhin erläutert. Von den insgesamt sechs Maßnahmenvorschlägen betreffen drei geplante Maßnahmen Liegenschaften des Freistaates Bayern, zwei städtische Liegenschaften und ein Grundstück der Herzo Bäder- und Verkehrs-GmbH. Das Einverständnis der Herzo Bäder- und Verkehrs-GmbH liegt vor.

Die Kosten für die Umsetzung und Pflege trägt das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg als Maßnahmenträger. Die dabei generierten Ökopunkte sollen im Ökokonto des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg verbucht werden.