LKR Coburg
KOMMENTAR von Rainer Lutz

Guter Rat ist gar nicht teuer - es gibt keinen

Es stimmt, eine für Schlagzeilen bekannte Zeitung titelte schon in den 70er Jahren: "Jetzt wird das Wetter lebensgefährlich", weil Temperaturen bis 40 Grad angekündigt wurden. Es gab schon vor Jahrhun...
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Es stimmt, eine für Schlagzeilen bekannte Zeitung titelte schon in den 70er Jahren: "Jetzt wird das Wetter lebensgefährlich", weil Temperaturen bis 40 Grad angekündigt wurden. Es gab schon vor Jahrhunderten Dürreperioden und vor Jahrtausenden schmolzen auch schon mal die Gletscher. Das alles ändert aber nichts daran, dass gerade jetzt eben die Temperaturen steigen und gebietsweise die Niederschläge kaum noch der Rede wert sind. Ob das allein der Mensch verursacht hat oder nicht, mag einer glauben oder nicht. Da es nun einmal so ist, muss die Frage lauten: "Was können wir tun?" Die Veränderung des Klimas aufhalten? Davon kann man gern träumen. Die bittere Wahrheit wird aber sein, dass die Menschheit nicht annähernd in ausreichender Masse für diesen Versuch zu mobilisieren sein wird. Wir wären also besser beraten, wenn wir uns Gedanken machen, wie wir mit dem sich verändernden Klima umgehen können. Was können Landwirte, Forstwirte, Städteplaner und jeder von uns tun, um uns für das zu wappnen, was da kommt? Wie schwierig das ist, spüren die Waldbauern. Mit Druck waren sie an den Umbau der Wälder gegangen. Die Fichte als Brotbaum der Nachkriegsjahre kam in Neupflanzungen kaum noch vor. Laubholz, Eiche und Buche sollten kommenden Generationen einen stabilen deutschen Wald garantieren. Nun steigt in ganz Franken die Temperatur wie erwartet. Der Regen bleibt aber in unerwartet hohem Maße aus. Hoffnungsträger unter den Bäumen fallen zu Tausenden. Forstwirte gehen von rund 50 Baumarten in Europa aus. Manche gedeihen bisher nur im Süden. Sind sie die neuen Hoffnungsträger? Wer weiß es? Ausprobieren dauert in der Waldwirtschaft Jahrzehnte. Das ist schwierig, wenn einem die Zeit so auf den Nägeln brennt. Was also tun? Die Wissenschaft hält sich bedeckt. Sie rätselt. Einzig in den sozialen Netzwerken tummeln sich die Experten in großer Zahl und verbreiten Schlauheiten und angebliche Lösungen. Denen, die vor ihren toten Bäumen stehen, hilft das wenig.

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