Seßlach

Gute Perspektiven seit Jahrzehnten

Den Weltmarktführer bei Thermoumform- und Nachbearbeitungsmaschinen, die Geiß AG in Seßlach, leiten nun Klaus-Peter Welsch und Wolfgang Daum. Die Handwerkskammer ehrt das Unternehmerehepaar Klara und Manfred Geiß.
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WOK-Schlitten werden auf Maschinen der Firma Geiß schnell und effizient produziert. Auch für die Nachbearbeitung des Kunststoffteiles hat die Seßlacher Firma Anlagen im Programm, erläutert Manfred Geiß (rechts) Landrat Sebastian Straubel und Bürgermeister Maximilian Neeb (links). Sechs bis acht Wochen nach Auftragseingang ist eine Anlage fertig.  Fotos: Christoph Winter
WOK-Schlitten werden auf Maschinen der Firma Geiß schnell und effizient produziert. Auch für die Nachbearbeitung des Kunststoffteiles hat die Seßlacher Firma Anlagen im Programm, erläutert Manfred Geiß (rechts) Landrat Sebastian Straubel und Bürgermeister Maximilian Neeb (links). Sechs bis acht Wochen nach Auftragseingang ist eine Anlage fertig. Fotos: Christoph Winter
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Auf zusammen 105 Jahre Berufsleben können Klara und Manfred Geiß zurückblicken. Im September dieses Jahres zog sich das Ehepaar aus der Geschäftsführung der Geiß AG in Seßlach zurück. Wolfgang Daum und Klaus-Peter Welsch stehen als Vorstände an der Spitze des Weltmarktführers in der Herstellung von kunststoffverarbeitenden Thermoform- und Nachbearbeitungsmaschinen.

Der Betrieb mit 158 Mitarbeitern ist seit der Gründung vor 71 Jahren ein Handwerksbetrieb. Deshalb überreichte Kreishandwerksmeister Jens Beland am vergangenen Mittwoch die Ehrenurkunden in Gold. 58 Jahre war Klara Geiß in dem Unternehmen tätig. Für Manfred Geiß, Sohn des Firmengründers Georg Geiß, sind es 47 Jahre. Wobei der Maschinenbauingenieur als Vorsitzender des Aufsichtsrates noch dem Lebenswerk der Familie Geiß verbunden und nahe ist.

"Ich empfinde große Dankbarkeit dafür, dass Sie aus einem innovativen Kleinunternehmen einen leistungsstarken Betrieb geformt haben, der über 170 Menschen aus dem Coburger Land Brot und Arbeit gibt", sagte Landrat Sebastian Straubel und zollte "tief empfundenen Respekt vor dieser Lebensleistung". Auf dem Weg zum Weltmarktführer seien "die Grundsätze des ‚ehrbaren Kaufmanns‘ in dem inhabergeführten Familienbetrieb nie vernachlässigt worden" und es sei Verantwortung für die Mitarbeiter und eigene Person übernommen worden.

Kreishandwerksmeister Jens Beland unterstrich in seiner Laudatio, das Ehepaar Geiß "hat für den Betrieb gelebt". Klara Geiß ist als Lehrmädchen Anfang der 1960er Jahre in die Firma eingetreten und hatte als kaufmännische Leiterin das rasante Wachstum der Firma finanztechnisch im Griff. Rund zehn Jahre später trat Manfred Geiß als Maschinenbauingenieur in die Firma ein. Zusammen mit Firmengründer und Tüftler Georg Geiß, stets "Boss" genannt, bildeten sie das "Triumvirat". In "gemeinsamen 18 wundervollen Jahren haben wir aus einer Schmiede einen innovativen Industriebetrieb gemacht", meinte Manfred Geiß launig. Die Maschinen aus Seßlach seien zwar teuer, aber "sie sind die besten, und die Kunden lieben unsere Qualität".

Seßlachs Bürgermeister Maximilian Neeb sowie dessen Amtsvorgänger MdL Martin Mittag würdigten das soziale Engagement und die Treue der Unternehmerfamilie zur Stadt Seßlach. Das sei viel mehr, als "nur pünktlich die Steuern zu bezahlen", so Bürgermeister Neeb.

Die Geiß AG produziert nach dem Baukastenprinzip hochpräzise und technologisch innovative Maschinen, deren Erzeugnisse nahezu allgegenwärtig sind. Die Luftpolster von Freizeit- und Sportschuhen, Hartschalenkoffer oder Dachskiboxen, Kunststoffteile für den Autoinnenraum oder Flugzeugsitze sowie vieles mehr - kaum ein Kunststoffteil, an dem die Maschinen aus Seßlach nicht beteiligt sind. Anwender weltweit schwören auf die Maschinen aus Seßlach, viele Produkte könnten nur auf diesen Anlagen hergestellt werden. Von den 158 Mitarbeitern sind aktuell 21 Auszubildende, berichtet Konstruktionsleiter und Vorstandsmitglied Wolfgang Daum. Der Schwiegersohn von Manfred Geiß, Klaus-Peter Welsch, komplettiert den Vorstand.

Im vergangenen Jahr erzielte die Firma einen Umsatz von über 32 Millionen Euro. Das sind rund 230 000 Euro je Mitarbeiter, "und damit liegen wir etwa zehn Prozent über dem Durchschnitt der Maschinenbaufirmen in Deutschland", so Wolfgang Daum.

Der Erfolg von Geiß ist auch in der großen Fertigungstiefe begründet. Die Abhängigkeit von Lieferanten ist sehr gering. Weiter können alle Maschinen von den Kunden individuell konfiguriert und damit auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten werden.

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