Forchheim

Gutachter überzeugt Amtsrichterin auch in der Fortsetzungs-Verhandlung

Weil er ein parkendes Auto mit seinem Kleintransporter angefahren hatte, ist ein 49-jähriger Hallstadter am vergangenen Donnerstag vom Amtsgericht Forchheim...
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Weil er ein parkendes Auto mit seinem Kleintransporter angefahren hatte, ist ein 49-jähriger Hallstadter am vergangenen Donnerstag vom Amtsgericht Forchheim zur Zahlung einer Strafe von 30 Tagessätzen zu je 30 Euro und dem Entzug der Fahrerlaubnis für sechs Monate verurteilt worden.
Obwohl Rechtsanwalt Dieter Widmann die Ansicht vertrat, dass der Schaden von irgendeinem Kleintransporter der Marke Iveco hätte stammen können, waren Strafrichterin Silke Schneider und Staatsanwalt Stefan Meyer von der Schuld des Angeklagten überzeugt.
Im vergangenen November gegen 3 Uhr früh hatte ein Kleintransporter ein parkendes Auto beschädigt und verschoben. Bei den Ermittlungen fand die Polizei heraus, dass der Beschuldigte - und nur er - in dieser Nacht mit einem Iveco gegenüber Ware ausgeliefert hatte. Dem Gericht war in der Hauptverhandlung ein Gutachten vorgelegen, in dem stand, dass zwischen dem Auto und dem Kleintransporter "die Schadenskompatibilität sicher gegeben sei".
Der Angeklagte hatte jedoch angegeben, dass er den Wagen nicht angefahren habe. Deshalb wollte Anwalt Widmann den Gutachter persönlich befragen.
So wurde zur Fortsetzung der Verhandlung der Sachverständige Werner Großer geladen, der sein Gutachten ausführlich erklärte. Er zeigte auf, dass der Fahrer rückwärts und nicht wie angegeben vorwärts gefahren sein muss. Außerdem gab Großer an, dass die Delle am Auto genau in die vorstehende Stoßstange des Kleintransporters passt. Aufgrund ihrer Beschaffenheit findet man daran keine sichtbaren Lackspuren des Autos. Hier hätte man mit einem Elektronenmikroskop untersuchen müssen. Außerdem zeigte Großer auf, dass der Fahrer über sein sensorisches System hätte merken müssen, dass er einen Pkw verschiebt.
Rechtsanwalt Widmann meinte allerdings, dass es irgendein Iveco hätte sein können. "Darauf wollen sie doch nicht wirklich hinaus", fragte Richterin Schneider und gab dem Angeklagten noch einmal die Gelegenheit, seinen Einspruch zurückzunehmen. Der lehnte jedoch ab.
"Ich bin überzeugt, dass sie den Unfall verursacht und sich entfernt haben", meinte Schneider in der Urteilsbegründung. Gutachter Großer hatte Richterin und Staatsanwalt mit seinen Ausführungen überzeugt.
Sie verstand auch nicht, warum der Angeklagte es auf den Richterspruch hatte ankommen lassen. Denn jetzt gab es nicht nur eine finanzielle Strafe, sondern auch einen Entzug der Fahrerlaubnis.

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