Kronach
gärtenroth.inFranken.de  Die Grünen hatten die klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Lisa Badum, zum Ortstermin bei den Windrädern am Reinberg eingeladen.

Gutachten soll endlich her

Regenerative Energien erweisen sich als günstige Energie und können ein Standortvorteil für das industriell geprägte Oberfranken sein. Dies wird den Verantwortlichen bei Bündnis 90/Die Grünen zunehmen...
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Bei den Windkraftanlagen am Reinberg muss der Landkreis endlich die notwendigen Messungen für ein Lärmgutachten durchsetzen, verlangten die klimapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion MdB Lisa Badum (links) aus Forchheim und die Kronach-Lichtenfelser Landtagskandidatin Edith Memmel (4. von links) bei einem Ortstermin.  Foto: Rainer Glissnik
Bei den Windkraftanlagen am Reinberg muss der Landkreis endlich die notwendigen Messungen für ein Lärmgutachten durchsetzen, verlangten die klimapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion MdB Lisa Badum (links) aus Forchheim und die Kronach-Lichtenfelser Landtagskandidatin Edith Memmel (4. von links) bei einem Ortstermin. Foto: Rainer Glissnik

Regenerative Energien erweisen sich als günstige Energie und können ein Standortvorteil für das industriell geprägte Oberfranken sein. Dies wird den Verantwortlichen bei Bündnis 90/Die Grünen zunehmend aus der Wirtschaft bestätigt. Dies soll aber nicht auf Kosten von Anwohnern gehen, verlangen die klimapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion MdB Lisa Badum aus Forchheim und die Kronach-Lichtenfelser Landtagskandidatin Edith Memmel bei einem Ortstermin am Reinberg.

Der Lichtenfelser Grünen-Kreisvorsitzende Valentin Motschmann freute sich, einen interessierten Kreis von Bündnis 90/Die Grünen aus den Kreisverbänden Lichtenfels, Kronach und Kulmbach bei Gärtenroth begrüßen zu können. Auf Initiative der örtlichen Grünen war die klimapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion MdB Lisa Badum gekommen, um bei den Windkraftanlagen am Reinberg zwischen Küps, Weißenbrunn und Burgkunstadt über Vorteile, Nutzen und Kritik zu sprechen.

Günstiger Strom aus regenerativen Energien könne ein Standortvorteil für den Industriestandort Oberfranken sein, betonte die Bundestagsabgeordnete. "Es ist viel wirtschaftlicher, erneuerbare Energien auszubauen", unterstrich sie aus ihrer beruflichen Erfahrung beim grünen Energieversorger "Naturstrom".

Die Kronach-Lichtenfelser Landtagskandidatin Edith Memmel hatte die parteiinterne Expertin Lisa Badum hierher vor Ort gebeten, um Unterstützung für die Durchführung des Lärmgutachtens zu bekommen. Natürlich sei sie als Grüne für die Nutzung von Windenergie, aber betroffene Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf zeitnahe Klärung ihrer Einwände und Probleme. Bei den Windkraftanlagen am Reinberg gebe es Protest und es sei den unzufriedenen Anwohnern ein Lärmgutachten versprochen. Bei Zedersdorf im Kreis Coburg habe es auch Einwände gegeben, es wurde nachgemessen und nachjustiert. "Die Bürger haben ein Anrecht darauf, dass gemessen wird. Und das muss zeitnah geschehen."

Lisa Badum war verwundert, dass hier so lange nichts geschehen ist. Tatsächlich sei es schwierig, ein solches Gutachten zu erstellen. So könne es schon einmal Wochen und gar Monate dauern, bis der ideale Messzeitpunkt gefunden ist. "Ein Jahr erscheint mir aber schon sehr lang", ließ sie hier am Reinberg aufhorchen. Das Landratsamt müsse letztlich irgendwann eine zeitliche Frist setzen oder ein anderes Institut beauftragen.

"Wir Grüne haben immer wieder nachgefragt, warum das mit den Lärmmessungen so lange dauert", erklärte Landtagskandidatin Edith Memmel. Landrat Klaus Löffler bemühe sich in dieser Angelegenheit. Die Probleme könnten nur aus der Welt geschafft werden, wenn endlich dieses Gutachten erstellt werde. Nur damit wären Fakten vorhanden, gleich für welche Seite. "So schwelt das im Untergrund und das ist für alle sehr unbefriedigend." MdB Lisa Badum will sich auch schriftlich an den Kronacher Landrat wenden, damit der Landkreis mit mehr Nachdruck das Lärmgutachten einfordert.

Anschließend kamen die Grünen-Kreisverbände Kulmbach, Kronach und Lichtenfels zu einer gemeinsamen Veranstaltung im Gasthaus "Krone" in Mainroth zusammen. Als Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für den Bezirkstag interessiert sich der 58-jährige Lichtenfelser Bäckermeister Mathias Söllner gerade für die Krankenhausanlagen, für die der Bezirk zuständig ist. Sehr enttäuscht sei er, dass ein Antrag abgelehnt wurde, fünf Monate vor der Wahl das Klinikum Hochstadt zu besuchen. Der Lichtenfelser Grünen-Kreisvorsitzende Valentin Motschmann, auch Kandidat auf der Landtagsliste, ist vor allem in der Flüchtlingsarbeit engagiert. "Flüchtlinge sind Menschen", unterstreicht er. Natürlich gebe es auch unter ihnen solche und solche. Einige von diesen würden auch erst bei uns kriminell gemacht, prangert er an. Wenn Leute in Ghettos geschickt werden, mehr als Tausend auf engem Raum, dann würden regelrecht Kriminelle gezüchtet. rg



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