Maßbach
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Gut zwei Millionen Euro für einen gemeinsamen, größeren Hort

Die Umgestaltung des Friedhofes im Ortsteil Weichtungen, der Anbau eines Kinderhortes an der Grundschule in Poppenlauer und die Vergabe von Straßenbauarbeiten für die Parksiedlung standen im Mittelpun...
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Die Umgestaltung des Friedhofes im Ortsteil Weichtungen, der Anbau eines Kinderhortes an der Grundschule in Poppenlauer und die Vergabe von Straßenbauarbeiten für die Parksiedlung standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates Maßbach. Die Bürger von Weichtungen waren bereits bei Informationsveranstaltungen im Dezember 2018 und im Mai 2019 über die Pläne informiert worden, die die Landschaftsarchitektin Miriam Glanz entwickelt hatte.

In der ersten Versammlung in der vollbesetzten Dorfhalle stimmten die Bürger mehrheitlich dafür, dass die Gräber im Friedhof kleiner und Rasenwege angelegt werden sollen. In der zweiten Informationsveranstaltung auf dem Friedhof, an der deutlich weniger Bürger teilnahmen, einigte man sich darauf, eine Bürgerbefragung durchzuführen, ob Rasenwege unterhalb der Grabreihen angelegt werden sollen. Der Gemeinderat lehnte jedoch mit 10:5 Stimmen eine Bürgerbefragung ab und akzeptiert das Ergebnis der ersten Informationsveranstaltung. Die Gräber werden also kleiner, und Rasenwege werden angelegt .

Die Hortplätze für Schulkinder sind zurzeit verstreut über drei Orte in der Marktgemeinde. In Poppenlauer sind es die Kindertagesstätte Lauerland und die Grundschule, in Maßbach die Mittelschule. Zurzeit sind in der Marktgemeinde insgesamt 55 Hortplätze ausgewiesen, für das nächste Schuljahr gibt es bereits 70 Anmeldungen. In der Sitzung des Marktgemeinderates erläuterte Architekt Reinhard Seufert den Plan, südlich der Grundschule einen Hort zu errichten. Er soll 100 Plätze haben und die bisherigen Standorte ersetzen.

Förderung bis 85 Prozent

"Wir sind eine familienfreundliche Gemeinde und wollen es ermöglichen, dass Beruf und Familie vereinbar sind", betonte Bürgermeister Matthias Klement (CSU). Die Baukosten liegen bei geschätzt etwa 2,05 Millionen Euro. Klement hofft auf eine staatliche Förderung von bis zu 85 Prozent, da der Freistaat neben der normalen Förderung im September 2018 auch ein Sonderinvestitionsprogramm zum Ausbau der Schulkinderbetreuung beschlossen hat.

Dieses Sonderprogramm sieht eine Extra-Förderung von bis zu 35 Prozent vor. Allerdings hat die Regierung von Unterfranken nach einer Mitteilung vom 18. Juni zu diesem Programm noch keine näheren Informationen, hieß es in der Beschlussvorlage. Deshalb sei eine verbindliche Aussage über die Höhe der staatlichen Zuschüsse noch nicht möglich. Davon hängt auch der Baubeginn ab. Der Gemeinderat stimmte den Plänen des Architekten zu. Die Verwaltung bekam einstimmig den Auftrag, die nötigen Baugenehmigungen zu beantragen und bei der Regierung die Zuschussanträge zu stellen.

Weitaus teurer als ursprünglich geplant werden die Straßenbauarbeiten in der Parksiedlung im Ortsteil Maßbach, die nach Ende der laufenden Hangabsicherung beginnen sollen. Die Arbeiten waren beschränkt ausgeschrieben worden. Das Ingenieurbüro Baurconsult verschickte die Leistungsverzeichnisse an 13 Firmen. Abgegeben wurden allerdings nur zwei Angebote, die gewertet werden konnten. Das wirtschaftlichste Angebot in Höhe von 457 942 Euro lag um rund 96 000 Euro über der Kostenschätzung des Ingenieurbüros.

Dass nur zwei Angebote abgegeben wurden, zeige die starke Auslastung der Baubetriebe und das mangelnde Interesse für Bauarbeiten innerorts, so der Bürgermeister. Eine neue Ausschreibung werde vermutlich kein besseres Ergebnis bringen. Das Gremium beschloss, die Bauarbeiten zu vergeben.

Der Marktgemeinderat stimmte einstimmig zwei Zweckvereinbarungen mit dem Landkreis zu. Dieser will eine gemeinsame Kompetenzstelle "Breitband und Mobilfunk" am Landratsamt einrichten, die die ausreichende Breitbandgeschwindigkeit und die flächendeckende Mobilfunkversorgung in den Städten und Gemeinden sicherstellen soll. In der zweiten Zweckvereinbarung für "Datensicherheit und Datenschutz" soll die Aufgabe des behördlichen Datenschutzbeauftragten, den jede Gemeinde und jede Stadt haben muss, auf einen gemeinsamen Datenschutzbeauftragten für alle Mitgliedsgemeinden übertragen werden. "Dieses Vorhaben begrüße ich sehr, denn gerade kleine Gemeinden tun sich schwer, einen Datenschutzbeauftragten zu benennen und auszubilden", sagte Matthias Klement dazu. Die Gemeinden müssen sich an den Kosten beteiligen. Jede der beiden Zweckvereinbarungen kostet die Gemeinde rund 1800 Euro pro Jahr.

Ein Herzenswunsch von Gemeinderatsmitglied Winfried Streit geht endlich in Erfüllung: fünf Mitfahrbänke wurden geliefert. Maßbach bekommt zwei, die anderen Ortsteile je eine.

Defekte Fenster wechseln

An der Mittelschule in Maßbach sind einige Fenster defekt. Um Unfälle zu vermeiden, können zwölf Fenster nicht mehr geöffnet werden. Die werden jetzt kurzfristig durch neue ersetzt.

Klement teilte mit, dass der Kabelnetz-Betreiber Pyur die Kopfstation umgebaut hat. Damit sollten Fernsehempfang und Internet wieder einwandfrei funktionieren. Wenn es noch zu Störungen komme, seien Nachjustierungen nötig. Betroffene sollten sich bei Pyur melden.

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