Altenkunstadt
Gemeinderat 

Grundschule soll saniert werden

Altenkunstadt lehnt die Initiative aus Burgkunstadt zu einer gemeinsamen Bildungseinrichtung ab. Stattdessen beantragte man die Aufnahme in Kommunalinvestitionsprogramm des Freistaats.
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Die Gemeinde Altenkunstadt will ihre Grundschule sanieren und hofft auf Zuschüsse aus dem Kommunalinvestitionsprogram des Freistaates Bayern. Den Bau einer gemeinsamen Schule auf dem Burgkunstadter Schulberg lehnte der Gemeinderat ab.  Foto: Stephan Stöckel
Die Gemeinde Altenkunstadt will ihre Grundschule sanieren und hofft auf Zuschüsse aus dem Kommunalinvestitionsprogram des Freistaates Bayern. Den Bau einer gemeinsamen Schule auf dem Burgkunstadter Schulberg lehnte der Gemeinderat ab. Foto: Stephan Stöckel
Aus zwei mach eins, dachte man sich in der Stadt Burgkunstadt. Doch die Altenkunstadter Gemeinderäte machten den Gedankenspielen, auf dem "Schulberg" in Burgkunstadt eine gemeinsame Grundschule für Alten- und Burgkunstadt zu errichten, einen Strich durch die Rechnung. Die Anfrage der Stadt Burgkunstadt wurde einstimmig abgelehnt.
"Langfristig gibt es keine Alternative zu den drei Grundschulen in Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain. Eine Grundschule ist nämlich ein knallharter Standortfaktor. Würden wir unsere Schule schließen, würde das zu einem Rückgang der Bevölkerungszahlen führen", sprach Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen vielen aus der Seele. Als weiteres Argument in die Waagschale geworfen wurde von Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) die Tatsache, dass die Zweizügigkeit der Grundschule Altenkunstadt nachhaltig gewährleistet sei.
In der Nachbarkommune gibt es Überlegungen, das Gelände zwischen der Jahn- und der Pestalozzistraße - den sogenannten Schulberg - im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes neu zu gestalten. Dort befinden sich drei Gebäude, an denen der Zahn der Zeit nagt: der Neubau der ehemaligen Mittelschule, der derzeit verwaist ist, und ebenso wie die Stadthalle aus baulicher und brandschutztechnischer Sicht nicht mehr erhaltenswert ist. Der Altbau der Mittelschule, in dem sich die Ganztagsschule und der der Hort des katholischen Kindergartens befinden, ist sanierungsbedürftig.
Da auch die Altenkunstadter Grundschule reif für eine Sanierung ist, kam man im Burgkunstadter Stadtrat auf die Idee, statt vieler Einzelbaustellen eine gemeinsame Lösung auf dem Burgkunstadter Schulberg anzuvisieren.


Zuschuss bis zu 90 Prozent

Wie könnte diese aussehen? Neben der Errichtung eines Schulgebäudes für Altenkunstadter und Burgkunstadter Schüler hält die Stadt Burgkunstadt auch den Bau einer Mehrzweckhalle mit integriertem Lehrschwimmbecken im Untergeschoss für möglich. Das geht aus einem Schreiben hervor, aus dem Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) zitierte.
In Altenkunstadt hatte man die Weichen allerdings bereits in eine andere Richtung gestellt: Im Dezember hatte der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, einen Antrag auf Aufnahme der Grundschule in das Kommunalinvestitionsprogram (KIP) des Freistaates Bayern zu stellen. "Es sieht einen Zuschuss in Höhe von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Ausgaben der anerkannten Projekte vor", erläuterte Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff gegenüber unserer Zeitung.
Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU) packte die Gelegenheit beim Schopfe, um in aller Öffentlichkeit seine Meinung zur Altenkunstadter Grundschule kundzutun: "Es ist sinnvoll, die eigene Schule zu erhalten", stellte er zunächst einmal fest.
Ins Sperrfeuer seiner Kritik geriet dann Bürgermeister Robert Hümmer (CSU). Limmer kritisierte, dass es am 1. Dezember vergangenen Jahres keine Sondersitzung zur Zukunft der Altenkunstadter Grundschule gegeben habe, wie ursprünglich geplant. "Die Sanierung kostet uns zwei Millionen Euro mehr als ein Neubau", hielt er dem Gemeindeoberhaupt vor. "Ohne die Öffentlichkeit zu informieren und ohne eine Diskussion im Gemeinderat wurde die Sanierung der Grundschule in einer Nacht- und Nebelaktion durchgepeitscht", polterte der Gemeinderat.


Nur zwei Kilometer Luftlinie

Hümmer erinnerte daran, dass man zehn Jahre lang immer nur über das Thema geredet, sich allerdings nichts getan habe. Jetzt habe man endlich den Worten Taten folgen lassen und die Bildungseinrichtung für das Förderprogramm angemeldet. Auch Jan Riedel von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) lehnte eine gemeinsame Grundschule zum jetzigen Zeitpunkt ab. "Wenn man es allerdings ernst meint mit der kommunalen Zusammenarbeit, dann sollte man sich langfristig Gedanken über einen gemeinsamen Standort machen. Die zwei Bildungseinrichtungen sind nämlich nur zwei Kilometer Luftlinie voneinander entfernt", betonte er.
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