LKR Bamberg

Grüngut einfacher entsorgen

Der Wertstoffhof Hallstadt hat als erstes in der Region Bamberg einen abgesenkten Grüngutcontainer, der die Entsorgung der Gartenabfälle für die Bürger erleichtern soll.
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Anette Schreiber Zweieinhalb Meter sind eigentlich nicht viel, wollen aber erklommen sein. Vor allem wenn dabei ein sperriger Sack mit schwerem Grüngut zu befördern ist. Immer wieder gibt es deswegen Klagen. Der für die Abfallwirtschaft zuständige Landkreis hat sich deswegen bei der Erneuerung des Hallstadter Wertstoffhofes für eine neue Variante entschieden - einen abgesenkten Grüngutcontainer. Dies hat die Grüne Kreistagsfraktion dazu bewogen, einen Antrag dafür zu stellen, dass die Landkreis-Grüngutcontainer generell teilweise in den Boden versenkt, beziehungsweise so verändert werden, dass Material einfach und gefahrlos abgeladen werden kann. Damit beschäftigte sich der (beschließende) Umweltausschuss. Gegen die Stimme von Ralph Behr (Grüne) wurde beschlossen, dass man versucht, bei künftigen Baumaßnahmen zu prüfen, inwieweit sich dabei die Absenkung von Grüngutcontainer umsetzen lässt. Behr plädierte gar dafür, eine Handvoll Standorte sofort umzubauen.

Jeder einzelne Fall wird nun letztlich, schon wegen der Finanzierung, wieder im Umweltausschuss behandelt, so Frank Förtsch, Landkreis-Pressesprecher, auf Nachfrage des Fränkischen Tag. Immerhin hatte die abgesenkte Variante in Hallstadt einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag gekostet. Das Teuere daran ist die Entwässerungseinrichtung. Möglicherweise ist an anderen Standorten eine andere Geländekonstellation gegeben, so dass es keiner solchen Anlage bedarf, stellt Förtsch dazu weiter fest.

Hallstadt geht voran

Wenige Monate nach Inbetriebnahme des neuen Wertstoffhofs mit dem landkreisweit ersten abgesenkten Grüngutcontainer sieht sich Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder (CSU) bestätigt. "Ich bin froh, dass unser Wunsch vom Landkreis berücksichtigt wurde." Nach allem, was er beobachten konnte und was ihm die Wertstoffhof-Mitarbeiter berichten, laufe es sehr gut mit dem abgesenkten Container. Auch er selbst hat diesen schon oft genutzt. "Das ist eine spürbare Erleichterung." Positiv sei zudem, dass man generell am neuen Wertstoffhof das Grüngut nicht mehr zig Meter weit schleppen müsse. Die Wege hätten sich nun deutlich verkürzt. Als Service gibt es zudem nun einen weiteren Mitarbeiter, der denjenigen hilft, denen die Entsorgung auch über den abgesenkten Container schwerfällt. Manchen wohl wegen der Brüstung. Die verteidigt Söder: "Sonst fällt man rein." Insgesamt betrachtet er den abgesenkten Container als "das Optimum, was man kriegen kann als Wertstoffhof".

Was halten die Bürger davon?

Große Probleme hatten Landkreisbesucher bei unserer nicht repräsentativen Stichprobe nicht. In Memmelsdorf fand ein 58-Jähriger die jetzige Lösung besser als die vorherige mit den kleinen Containern. Höhe und Stufen machen ihm nichts aus, "da nehme ich eben kleinere Grüngutsäcke". Lob hat er für die bewegliche Treppe. Am Wertstoffhof neben dem Kreisbauhof bei Memmelsdorf geht ein 63-Jähriger sogar einen Schritt weiter: ein zwei Stufen mehr, und man täte sich noch ein Stück leichter beim Abkippen. Auch er empfiehlt, die Säcke nicht zu voll und damit schwer zu machen.

In Hallstadt sind die Nutzer des abgesenkten Grüngutcontainers zufrieden mit der Neuerung. Luft nach oben ist jedoch immer noch. Der 67-jährige Hallstadter Alfred Frank betonte: "Die Container mit der Treppe sind umständlicher." Er kritisierte jedoch: "Hallstadt ist auch nicht die optimale Lösung. Zu zweit ist es aber gut machbar." Ein System, bei dem man mit dem Auto eine Rampe hochfahren und von dort direkt die Gartenabfälle entsorgen kann, ist aus Sicht vom 66-jährigen Wilhelm Böhmer aus Dörfleins die beste Alternative.

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