Herzogenaurach

Grünflächen werden geordnet

Der Planungsausschuss stimmte einem städtischen Grünkonzept zu. Alle öffentlichen Flächen werden erfasst, besichtigt und hinsichtlich ihrer möglichen Entwicklungsziele ausgewertet. Weiteres Thema: Regeln für Vorgärten.
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Um die Nutzung, Gestaltung und Pflege der städtischen Grünflächen drehte sich eine Debatte im Planungsausschuss.  Foto: Bernhard Panzer (Archiv)
Um die Nutzung, Gestaltung und Pflege der städtischen Grünflächen drehte sich eine Debatte im Planungsausschuss. Foto: Bernhard Panzer (Archiv)

Bernhard Panzer Städtische Grünflächen wollen wohl überlegt angelegt sein. Es geht um die Artenvielfalt und um den Klimawandel, es geht aber auch um die Erholung der Menschen und es geht um Qualität und Management. Wer glaubt, man pflanzt einfach mal ein paar Bäume, sät Rasen und lässt Blumen blühen, der irrt. Denn "für die qualifizierte Nutzung, Gestaltung und Pflege dieser Flächen bedarf es eines strategisch angelegten Grün- und Freiflächenmanagements."

So steht es in den Erläuterungen eines solchen Konzepts für die öffentlichen Grünflächen der Stadt. Die Stadt will sich der Verantwortung für diese Flächen bewusst sein, denn das öffentliche Grün erfüllt "eine vielfältige Funktion für Natur, Artenvielfalt, Freizeit und Erholung." Dies ist auch Ergebnis des Isek-Prozesses: Die Bürger hatten ein solches Konzept angeregt.

Vergabe

Der Planungsausschuss des Stadtrates hat in seiner jüngsten Sitzung die Vergabe eines Grünflächenkonzepts beschlossen. Den Auftrag erhielt das in Herzogenaurach schon gut bekannte Büro Hackl und Hofmann für gut 79 000 Euro. Drei Landschaftsarchitekten waren angefragt worden, zwei hatten ein Angebot abgegeben.

Mit so einem Konzept sollen einerseits die Förderung der Artenvielfalt und die Qualifizierung der Grünflächen im Hinblick auf den Klimawandel im Fokus stehen. Anderseits sollen Freiflächen als Räume für Begegnung und Erholung aufgewertet werden. Die Gestaltung der Uferflächen und der Promenade an der Aurach, die zurzeit läuft, ist bereits ein Teil solcher Maßnahmen.

Also erstes, so erläuterte die städtische Umweltbeauftragte Monika Preinl in der Sitzung, werden alle städtischen Flächen angeschaut und hinsichtlich ihrer Vegetationstypen untersucht. Alle Kartierungen und Kataster und sonstige Datenquellen, sei es analog oder digital, werden zusammengeführt. So können laut Preinl die Entwicklungsziele für die verschiedenen Grünflächentypen erarbeitet und daraus dann spezifische Entwicklungs- und Pflegekonzepte erstellt werden.

Hacker kontra Schwab

Soweit die sachlich-nüchternen Erläuterungen, die allen Ausschussmitgliedern vorlagen. Mit dem Konzept werde auch dem Beschluss des Stadtrates vom Januar entsprochen, dass ein Blüh- und Freiflächenkonzept durch ein externes Büro in Angriff genommen werden soll, heißt es in der Erläuterung weiter.

Für Bernhard Schwab, den Fraktionsvorsitzenden der CSU, war das ein Grund, auf einen Antrag seiner Fraktion ebenfalls vom Januar hinzuweisen. "Schön, dass das jetzt auf der Tagesordnung ist." Darauf reagierte Bürgermeister German Hacker (SPD), sichtlich gereizt. "Wir haben gesagt, dass wir das planen", erinnerte er. Das Konzept sei Ergebnis des Isek-Prozesses. "Bei Dingen, die schon längst klar sind, braucht man keine Anträge zu stellen", stellte er fest. Das mache der Verwaltung nur unnötig Arbeit.

Grüner Antrag zu Vorgärten

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Curd Blank zeigte sich verwundert über Schwabs Aussage. Der Wunsch nach einem Konzept "kam von der Bevölkerung" und sei daher doch nicht Verdienst allein der CSU, sagte er. Umso schöner sei es freilich, dass es jetzt umgesetzt werde.

Konrad Körner (CSU) hielt dagegen und rechtfertigte die Aussage seines Fraktionsvorsitzenden. "Dass wir als Opposition Anträge stellen, wird auch der Bürgermeister nicht verhindern können."

Und dann gab es doch noch einen aktuellen Antrag - nicht direkt zu dem Punkt, aber doch passend zum Thema. Die Grünen wollen, dass bei der Gestaltung von privaten Vorgärten eine Bepflanzung der Versiegelung mit Schotter oder Kies vorzuziehen sei. In den Bebauungsplänen sei dies verpflichtend aufzunehmen.

Auch das war bei der Verwaltung schon im Vorfeld ein Thema, sagte Bürgermeister Hacker. Umgesetzt worden sei das auch bereits im aktuellen Bebauungsplan für das neue Wohngebiet an der Gleiwitzer Straße. Diesen Passus wolle man künftig anwenden. Er lautet: "Alle Flächen auf den Baugrundstücken, die nicht durch Gebäude, Wege, Terrassen, Zufahrten oder Stellplätze in Anspruch genommen werden, sind als Vegetationsflächen anzulegen, d.h. mit Rasen- oder Wiesenvegetation anzusäen oder mit Gräsern, Stauden oder Gehölzen zu bepflanzen."

Die sonst um blumige Ausführungen nicht verlegene grüne Antragstellerin Retta Müller-Schimmel quittierte das mit einem schlichten "Dankeschön" und verzichtete auf eine Ausführung ihrer ökologischen Ziele und Gedanken. Vielleicht fiel Hackers vorher geäußerter Hinweis da nicht auf steinigen Boden.

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