Forchheim

Grüne und BN demonstrieren gemeinsam gegen Flächenfraß

In Bayern wurden in den vergangenen 15 Jahren laut einer aktuellen Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Umwelt jährlich im Durchschnitt 44,7 Quadratk...
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In Bayern wurden in den vergangenen 15 Jahren laut einer aktuellen Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Umwelt jährlich im Durchschnitt 44,7 Quadratkilometer Boden versiegelt - also zubetoniert, geteert, dicht gepflastert oder überbaut. Dies ist etwas mehr als die gesamte Fläche des Stadtgebietes von Forchheim.
"Damit ist Bayern leider mit großem Abstand führend in Deutschland und das kann so nicht weitergehen" kritisiert Emmerich Huber, Chef der Grünen in Forchheim, in einer Mitteilunng.
Am Samstag, 9. September, um 12 Uhr wollen die Grünen und der Bund Naturschutz in der Hauptstraße von Forchheim demonstrieren, mit welch rasantem Tempo in Bayern die Flächenversiegelung voranschreitet. Huber hat das heruntergerechnet auf Tage, Stunden, Minuten und Sekunden. "In den Medien war schon die Rede von 13 Hektar oder 18 Fußballfeldern je Tag. Aber den Wahnsinn begreift man erst richtig, wenn man versucht, die Versiegelung im Sekundentakt nachzustellen" sagt Huber. Genau das wollen die Grünen und der BN am Samstag mit vorbereiteten Kartons hinkriegen, was laut Huber eine durchaus sportliche Herausforderung ist. Helfer sind willkommen. Treffpunkt ist um 11.40 Uhr vor der Volksbank.


"Ein unglaubliches Ausmaß"

Tatsächlich liegt der Flächenverbrauch in ganz Deutschland inzwischen bei rund 100 Quadratkilometern pro Jahr. Das heißt, über 40 Prozent der Versiegelung passierten allein in Bayern.
Etwa die Hälfte der versiegelten Flächen entfallen dabei auf Straßen und andere Verkehrsflächen, wie Parkplätze. Große Flächen verbrauchen außerdem Einkaufsmärkte und Verteilzentren, die in aller Regel flächig angelegt sind. "Das ist Umwelt- und Naturvernichtung in unglaublichem Ausmaß und dagegen einzuschreiten ist eines unserer wichtigsten Themen in diesem Jahr" sagt auch Uli Buchholz, Sprecher des Kreisverbandes Forchheim vom Bund Naturschutz.
Huber kritisiert weiter, dass zwar die Staatsregierung Programme zur Eindämmung des Flächenfraßes angekündigt habe, wirklich eingespart werde aber nicht. Im Gegenteil, durch die Lockerung des sogenannten Anbindegebots werde die Errichtung von großflächigen Gewerbegebieten außerhalb von Siedlungsräumen erleichtert und der Flächenverbrauch weiter beschleunigt.

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