Kronach
Entwicklung

Grüne sind gegen eine Fast-Food-Kette

"Wir wollen die heimische Gastronomie und unsere Geschäfte erhalten und fördern", erläuterte Doris Glück, dass sich die heimischen Grünen gegen Bestrebungen stellen, diese durch die Ansiedlung von int...
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"Wir wollen die heimische Gastronomie und unsere Geschäfte erhalten und fördern", erläuterte Doris Glück, dass sich die heimischen Grünen gegen Bestrebungen stellen, diese durch die Ansiedlung von internationalen Ketten zu gefährden. Während MdL Jürgen Baumgärtner und Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler) auch die Ansiedlung etwa eines Fast-Food-Restaurants möglicherweise gerade am Stadtrand unterstützen, sehen Bündnis 90/Die Grünen hier eine fatale Entwicklung.

"Wir Grüne stehen für Nachhaltigkeit und Regionalität", erklärte Kreisrat Matthias Rudolph. Bei unseren vielen heimischen Geschäftsleuten, Gastronomen und sonstigen Anbietern bleibt auch die Steuer in der Region. All die jüngst ins Gespräch gebrachten Ketten würden diese aus der Region abfließen lassen. Sie würden es den heimischen Anbietern viel schwerer machen und der Leerstand in der Kernstadt werde sich erhöhen.

In Pettstadt bei Bamberg gebe es einen "Erlebnisernte-Hofladen", der Produkte der regionalen Landwirtschaft sehr erfolgreich anbiete, berichtete Grünen-Kreisvorsitzende Edith Memmel. Dort würden Produkte von heimischen Bauernhöfen angeboten und es gebe ein Bauernhofcafé. Ein solches Modell wäre auch für Kronach begrüßenswert.

"Wir stellen uns vor, dass die Studenten die Innenstadt beleben und nicht im Industriegebiet ihr Fast Food abholen", meinte Rudolph. Einhellig unterstützen die Grünen Konzepte, regionale Vermarktungsmöglichkeiten für die heimischen Landwirte zu schaffen. "Wenn wir die Bevölkerung gesund halten wollen, ist Fast Food sicher nicht die erste Wahl", meinte Doris Glück. Unter den Studenten gebe es sehr viele Gesundheitsorientierte, auch Veganer und Vegetarier, bekundete Edith Memmel.

Regionale Nachhaltigkeit

Wer nach Kronach kommt, sollte hier regionale Nachhaltigkeit erleben, schlug sie vor. Dies würde unsere Landwirtschaft unterstützen. Das sehe sie auch als Aufgabe für die Politik aus den derzeitigen Protestaktionen unserer Bauern. Zu Recht gingen diese auf die Straße.

Im Mercosur-Abkommen (gemeinsamer Markt mit Südamerika) ist festgelegt, dass von dort jährlich 100 000 Tonnen Rindfleisch in die EU geliefert werden. Dazu kommt ein Handelsabkommen mit den USA, wonach auch von dort viel mehr Rindfleisch importiert werden soll. "Dort herrschen ganz andere Standards", beklagte Edith Memmel den unfairen Wettbewerb. "Wir wollen die Leistungen unserer Landwirte wertschätzen", verlangt sie, dies auch bei Entwicklungen vor Ort zu berücksichtigen. Kronach solle nicht wie andere aussehen und vorgeblichen Sachzwängen im Konkurrenzkampf mit Nachbarstädten nachrennen, sondern seine eigene Identität zeigen und entwickeln.

Klare Kante zeigen Bündnis 90/Die Grünen auch für den Kampf der Nordhalbener für die weitere Nutzung eines alten Brunnens. Edith Memmel berichtete von einem Telefonat mit Bürgermeister Michael Pöhnlein. "Wir unterstützen dies ganz sehr, dass der Brunnen nicht geschlossen bleibt", betonte Edith Memmel.

Bei der Ködeltalsperre sah sie gerade, dass der Wasserstand noch immer recht niedrig ist. Hier nicht alle Möglichkeiten der Erschließung zu sauberem Trinkwasser zu sichern, sei kurzsichtig. Wenn aufgrund des Klimawandels im Oberen Frankenwald in wenigen Jahrzehnten die Fichten verschwinden, werde der Wald viel weniger Wasser speichern.

"Der Klimawandel macht es notwendig, vorausschauend jeden Brunnen zu erhalten", unterstrich Matthias Rudolph. Er appellierte an das Landratsamt, in diesem Sinne eine Einigung zu unterstützen. rg

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