LKR Haßberge

Grüne Daumen hoch für die Natur

Rekordbeteiligung verzeichnet der Landkreis Haßberge bei der dritten Auflage des Wettbewerbs "Natur im Garten". Die ökologischen Paradiese sollen Vorbild sein. Erstmals gehen in diesem Jahr auch auch Teilnehmer leer aus.
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Etwa einen halben Hektar groß ist der Garten rund ums Anwesen von Dirk Kammlott (Vierter von links). "Wenn man Zuhause Urlaub macht, dann hat man nur Arbeit", sagt der Stadtgärtner, als er die Teilnehmer am Wettbewerb "Natur im Garten" durch sein Paradies führt. Links: Kreisfachberater Johannes Bayer Fotos: Eckehard Kiesewetter
Etwa einen halben Hektar groß ist der Garten rund ums Anwesen von Dirk Kammlott (Vierter von links). "Wenn man Zuhause Urlaub macht, dann hat man nur Arbeit", sagt der Stadtgärtner, als er die Teilnehmer am Wettbewerb "Natur im Garten" durch sein Paradies führt. Links: Kreisfachberater Johannes Bayer Fotos: Eckehard Kiesewetter
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Eckehard Kiesewetter "Alles Absicht", sagt Dirk Kammlott und meint damit Bereiche in seinem Garten, denen andere Grundbesitzer womöglich längt mit der Hacke oder der Gartenschere den Garaus gemacht hätten: Bei Silke und Dirk Kammlott am Rande des Eberner Stadtteils Jesserndorf haben auch Brennnessel und Wildkräuter ihren Platz, und die verdorrte Bienenweide darf stehen bleiben. "Weil sie Lebensraum für Insekten bietet", sagt der Gastgeber, während er eine etwa 50-köpfige Gruppe durch sein grünes Paradies führt. Blühende Schönheit gibt es dort zuhauf zu bewundern, aber auch üppige Pracht an Gemüse und Früchten. Ein Musterbeispiel dafür, wie sich die Kreisfachberater Guntram Ulsamer und Johannes Bayer einen Wohn- und Nutzgarten nach ökologischen Maßstäben vorstellen.

Eine Notwendigkeit

Klar, dass dieses Paradies eine Auszeichnung im Wettbewerb "Natur im Garten" verdient. Den hat der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Haßberge zum dritten Mal ausgeschrieben. Er soll die Bevölkerung, auch die nicht im Verein organisierten Gartenbesitzer, für die Notwendigkeit natürlicher Gartenbewirtschaftung sensibilisieren und positive Beispiele herausheben.

Nicht nur Dirk Kammlott, als Eberner Stadtgärtner ein Profi, sondern 30 weitere Gartenbesitzer haben sich heuer eine aus Ton gefertigte Plakette verdient, weil sie ihren Grundbesitz als naturnahen Lebensraum für Mensch und Natur verstehen.

Der Garten der Kammlotts bietet mit Hühnergegacker und Gänsegeschnatter im Hintergrund die perfekte Kulisse für die "Siegerehrung", bei der Landrat Wilhelm Schneider die "herausragende Qualität und Vielfalt der prämierten Gärten" würdigt - vom kleinen Hausgarten im Neubaugebiet über den Wohn- und Nutzgarten im Außenbereich bis zum vielgestaltigen Natur- und Nutzgarten. Nahrungsquelle für Selbstversorger und Biotop in einem. Der Landrat spricht den prämierten Gärten Vorbildcharakter zu, weil sie auf standorttypische und robuste Pflanzen setzen, auf Kompost und Kreislaufwirtschaft sowie heimische Materialien und Baustoffe. Chemisch synthetischer Dünger und Pflanzenschutzmittel sind in diesen Gärten verpönt. "Hier spürt man Vielfalt und Kreativität", lobt Schneider - keine monotonen, sterilen Grünflächen, unkrautfreie Rasenstücke, Hecken aus exotischem Gehölz oder verschotterte Flächen. "Es muss unser aller Ziel sein, in einem gesunden Wohnumfeld zu leben und gleichzeitig Lebensraum und Nahrungsangebot für unsere Tierwelt zu schaffen".

"Thema verfehlt"

Mit 32 Meldungen aus dem gesamten Landkreis hatte der Wettbewerb aus Sicht der Fachberater erfreulich große Resonanz gefunden. Die 30-Siegergärten werden bei der Feier in Wort und Bild gewürdigt.

Was der Landrat verschweigt: Die Jury aus Vertretern des Landratsamtes, des Gartenbaukreisverbandes und des Bund Naturschutz hat erstmals zwei Bewerbern die Prämierung versagt. Zu starke Befestigungen sah die Kommission, überzogene Pflege, geköpfte Bäume. "Thema verfehlt", lautet Guntram Ulsamers Urteil: "stolze Besitzer, alles schön, aber nicht naturnah". Der Wettbewerb muss glaubwürdig bleiben.

Die Gärten folgender Teilnehmer haben die Wettbewerbsbedingungen erfüllt: Stefanie Brantner, Kleinsteinach; Achim Elsner und Melanie Strohschön, Eichelsdorf; Maria und Werner Florschütz, Unterpreppach; Irmgard und Reinhard Frontzek, Rügheim; Marie-Luise und Oswald Gerstenkorn, Koppenwind; Theresia und Jürgen Groh, Unterpreppach; Silvia Häfner, Eltmann; Marion und Patrick Hanus, Ebern; Isolde Pager, Pfarrweisach; Stefanie und Thomas Höhn, Untermerzbach; Silke und Dirk Kammlott, Jesserndorf; Eberhard Kirchner, Eichelsdorf; Klaus und Regina Kunze, Lußberg; Elke Kurz und Karl Fischbach, Untersteinbach; Irmi und Michael Markert, Stettfeld; Elke und Volker Ortloff, Sailershausen; Gabriele und Mike Redelberger, Ottendorf; Margitta und Rolf Rink, Ermershausen; Eva und Gerd Rügheimer, Königsberg; Katrin Schauer und Eckehard Kiesewetter, Bramberg; Stephanie und Alexander Schnaus, Wülflingen; Dietmar Schneeweiß, Hafenpreppach; Manuela und Hans-Dieter Schneider, Theres; Karl Seifert, Sand; Hildegard und Herbert Thein, Unterpreppach; Gabriele und Werner Ullmann, Ebern; Liselotte Vogt, Wonfurt; Tony und Klaus Voit, Westheim; Hermann Will, Holzhausen, sowie Tina und Markus Wüscher aus Hainert.

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