Kulmbach

"Große Verwunderung"

Die Kulmbacher CSU-Stadtratsfraktion äußert sich zu der Diskussion über die Planungen im Bereich der ehemaligen Mälzerei Müller.
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Die Mälzerei Müller bleibt ein Diskussions-Thema in Kulmbach. Foto: Archiv/Alexander Hartmann
Die Mälzerei Müller bleibt ein Diskussions-Thema in Kulmbach. Foto: Archiv/Alexander Hartmann

Für die CSU-Stadtratsfraktion schreibt deren Vorsitzender Michael Pfitzner im Wortlaut:

"Mit großer Verwunderung verfolgt die CSU-Fraktion die öffentlichen Darstellungen, in einem Teil der heimischen Presse. Zur Erinnerung: der Bauvoranfrage des Bauwerbers für den Baukomplex am Standort Mälzerei Müller wurde in der Stadtratssitzung vom 20. Juni 2018 einstimmig zugestimmt.

Wenn man so will, waren die damaligen Planungen für das Bauprojekt noch kritischer zu sehen, als man das heute machen könnte. Alternativen oder gar Anträge, in den Finanzierungsmöglichkeiten mit Hilfe von EU-, Landes- und Bundes-Fördermittel aufgezeigt wurden, wurden nicht eingebracht.

Einmütig zugestimmt

In der Stadtratssitzung vom 18. Juli 2019 gaben alle wesentlichen Fraktionen eine Stellungnahme ab, in der sie ihre Bedenken äußerten, am Schluss jedoch dem Projekt zustimmten. Lediglich ein Mitglied des Stadtrats stimmte ohne Erklärung dagegen. Jetzt gibt es in einem Teil der örtlichen Presse heftige, teilweise sehr kritische Diskussionen über den Beschluss des Kulmbacher Stadtrates. In der anderen Tageszeitung herrscht jedoch eine andere Stimmung vor.

Natürlich begrüßt die CSU-Fraktion die politische Diskussion - und Argumente von Bürgern sind ernst zu nehmen, oft allerdings gegeneinander abzuwägen. Am Schluss muss eine Entscheidung getroffen werden, die sachlichen, rechtlichen und oft pragmatischen Ansprüchen genügt. Und so bleiben wir dabei: Eine Sanierung des Mälzereigebäudes wäre sicher wünschenswert gewesen. Unter anderem haben allerdings auch Kulmbacher Architekten vielfach versucht dieser Ruine, zumindest planerisch, wieder Leben einzuhauchen. Sie alle haben feststellen müssen, dass dies wirtschaftlich nicht möglich ist. Seit über 35 Jahren wird das Gebäude nicht mehr genutzt und verfällt zunehmend. Nach Auskunft des Denkmalschutzamtes ist das Gebäude weder denkmalgeschützt noch unterliegt es dem Ensembleschutz.

Die Stadt Kulmbach hat in der Vergangenheit sehr viele Baudenkmäler mit großem Aufwand erhalten oder Privatpersonen überzeugen können zu investieren. Ich erinnere an das Badhaus, das Rathaus, den weißen und roten Turm, das gesamte Fritz-Gelände, die vielen Gebäude am Marktplatz und, und, und.

Jetzt stand der Stadtrat vor der Entscheidung: Soll man eine Industrieruine weiter verfallen lassen oder besser einem Investor die Möglichkeit geben, Wohnraum in der Kulmbacher Innenstadt ohne weitere Bodenversiegelung zu ermöglichen. Kulmbach ist Universitätsstandort und wir brauchen Wohnraum für junge Menschen. Wesentlich ist aber auch, dass in dem Konzept auch ältere Mitbürger eine neue Heimat zwischen den jungen Menschen finden sollen. Das bringt Kaufkraft und Leben in die Innenstadt.

In äußerst sachlicher Art haben die Fraktionen im Stadtrat ihre Position dargestellt. Beeindruckend war in diesem Zusammenhang vor allem die Ausführung von Dieter Herold von den Grünen.

Keine konstruktive Vorschläge

Es muss schon die Frage erlaubt sein, was die Kritiker in all den Jahren unternommen haben, um die alte Mälzerei Müller zu erhalten.

Wir Kulmbacher lassen uns die fröhliche Stimmung bei der Bierfesteröffnung auch nicht durch Aktionen oder Demonstrationen verderben, vor allem nicht von denen, die im Vorfeld keinerlei konstruktive Vorschläge gemacht haben." red

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