Bamberg
Theater

Große Nase, schöne Seele

Ja, was ist denn nun mit der Nase? Da hält sich das Team des "Theaters im Gärtnerviertel" (TiG) noch bedeckt. Es soll eine Überraschung werden fürs Premierenpublikum, das sich am 21. Juni im Innenhof ...
Artikel drucken Artikel einbetten

Ja, was ist denn nun mit der Nase? Da hält sich das Team des "Theaters im Gärtnerviertel" (TiG) noch bedeckt. Es soll eine Überraschung werden fürs Premierenpublikum, das sich am 21. Juni im Innenhof der Gärtnerei Hohe in der Nürnberger Straße 30 zu einer Freilichtaufführung versammeln wird.

Denn mit dem Cyrano verbindet jeder spätestens seit der Verfilmung mit Gérard Depardieu von 1990 die lange Nase. Edmond Rostands "Cyrano de Bergerac", vor rund 120 Jahren entstanden, ist ein französischer Theaterklassiker - auch hierzulande wird das Mantel-und-Degen-Stück mit allen Ingredienzien des Genres gerne gespielt.

Freilich muss sich das TiG mit seinen bescheidenen Mitteln auf die Essenz konzentrieren (was kein Nachteil ist, wie die freie Trupppe schon des Öfteren bewiesen hat) und nutzt eine Version des Niederländers Jo Roets für drei Personen.

Worum geht es? Es ist "von vorne bis hinten eine unglückliche Dreiecksgeschichte", sagt Regisseurin Heidi Lehnert. Cyrano ist ein geistreicher und mutiger Mann, hat aber Komplexe wegen seines übergroßen Riechorgans.

Körper und Seele

Deswegen wagt er nicht, der schönen Roxane seine Liebe zu offenbaren, agiert aber selbstlos als "Ghostwriter" für den attraktiven, aber recht einfältigen Christian. Mit Erfolg - für Christian. Als der im Krieg fällt, wagt Cyrano immer noch nicht, seine Liebe zu offenbaren ...

Es geht mithin um den Gegensatz zwischen Seele und Körper, zwischen Schein und Sein, um Wertschätzung und Freundschaft. Eine melancholische Komödie, in der auch gelacht werden darf, versprechen die Theatermacher. Degen kommen ebenso zum Einsatz wie auf und unter dem Balkon der Gärtnerei agiert wird. Laura Mann spielt die Roxane, den Cyrano Bernhard Bochmann, und Martin Habermeyer schlüpft außer in die Christians noch in fünf andere Rollen. Besondere Akzente wird die Live-Musik Franz Trögers setzen, der ein "Nasenlied" Valentin Rathgebers in Töne setzt und einen Chanson Jacques Brels.

Dabei verwendet Tröger Spieluhr, Zither, Gartenschlauch, Zinkwannen, Plastikkübel, Akkordeon, Trompete, Clarineau, Gitarrenlaute und andere mobile Gerätschaften. Da kann man sich auf etwas gefasst machen ...

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren