Forchheim

Grippeimpfstoff ist knapp

Die Grippezeit bricht wieder an. Die hohe Nachfrage führt in den Apotheken des Landkreises Forchheim zu einem Engpass an Impfstoff.
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Die Forchheimer Apotheken erkennen eine hohe Nachfrage an Grippeimpfdosen. Foto: Andreas Lander/dpa
Die Forchheimer Apotheken erkennen eine hohe Nachfrage an Grippeimpfdosen. Foto: Andreas Lander/dpa
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Jennifer Hauser Ein lautes "Hatschi", ein kleiner Hust-Anfall und eine kaum hörbare Stimme: Deutliche Zeichen für eine anrollende Grippe. Auch in diesem Jahr werden wir wohl nicht um eine Grippewelle herum kommen. Vielleicht werden es auch zwei. Wen die Grippe erwischt, das ist unsicher. Sicher ist aber, dass es in Forchheim aktuell einen Mangel an Grippe-Impfstoffen gibt.

Lieferengpass

"Der Impfstoff ist nicht gut lieferbar", so die Aussage aus der Marienapotheke in Forchheim. "Einmal-Dosen gibt es bei uns gar nicht mehr", lässt die Stadt-Apotheke Forchheim verlauten. Und auch Gerhard Burkard von der Don-Bosco-Apotheke kann ähnliches berichten: "Bei den Ärzten wird es knapp. Was auf dem Markt war, ist weg." Nachbestellungen seien aktuell nicht mehr möglich. Auch bei ihm sei die Nachfrage hoch. "Wir haben nur noch begrenzt den Impfstoff da, und mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit kommt da auch nichts mehr." Der Apotheker verweist auch auf pharmazeutische Fachzeitschriften: "Überall wird gemeldet, dass der Impfstoff knapp ist."

Wohl, weil gerade die Hochzeit für Grippeimpfungen ist. "Drei Monate wirkt der Impfstoff am besten", so Burkard. Dabei dauere es zwei Wochen, bis der Körper alles verarbeitet habe. "Dann ist schon fast Dezember. Danach wirkt die Impfung dann im Januar, Februar noch besonders gut." Damit hätte der Geimpfte die Hochzeit der Grippewelle überstanden.

Gefühlt sei in diesem Jahr aber nicht weniger Impfstoff vorhanden, sondern die Nachfrage einfach höher. "Im letzten Jahr gab es eine starke Grippezeit. Deshalb lassen sich in diesem Jahr viele Leute impfen, die im letzten Jahr nicht geimpft waren", erklärt Burkard.

Ursula Greiner ist Vorsitzende des ärztlichen Kreisverbandes Forchheim und Allgemeinmedizinerin in Neunkirchen am Brand. Sie sagt, die Impfdosen seien eine eine Zeit lang "bedrohlich knapp" gewesen. Nun sei sie aber wieder beliefert worden. In ihrer Praxis sei die Impfquote relativ hoch. "Wir reden auch mit den älteren Patienten, damit sie kein Risiko eingehen", erklärt Greiner. Die Allgemeinmedizinerin rät allen mit chronischen Atemwegserkrankungen und auch Menschen im fortgeschrittenen Alter, sich impfen zu lassen. Außerdem sollten Schwangere sich impfen lassen, "das Kind kriegt dann einen Nestschutz mit", erklärt sie.

Gefährlich für jedes Alter

Da die fieberhafte Grippeerkrankung den Kreislauf mitnimmt, kann deren Verlauf aber für jedes Alter gefährlich werden. "Grundsätzlich rate ich jedem zu einer Grippeimpfung", betont Greiner. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, müsse jeweils mit dem Hausarzt besprochen werden.

Auch die Frage, welcher Stamm geimpft werde, könne nicht pauschal beantwortet werden. "Die ständige Impfkommission prüft, welche Stämme aktuell im Umlauf sind und stellt so den Vierfach-Impfstoff für das Jahr zusammen."

Geimpft werde bis in den Januar rein. "Wann geimpft wird, ist auch davon abhängig, wie es dem Patienten geht", erklärt Greiner, "der zu Impfende muss gesund sein und je später im Jahr es wird, desto höher ist die Gefahr, dass schon eine Erkrankung besteht."



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