Forchheim
forchheim.inFranken.de  Das P-Seminar "Französischer Jabobsweg" des EGF legte in sieben Tagen 205 Kilometer zurück.

Grenzerfahrung beim Pilgern gesammelt

Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Selbstorganisation - das Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim (EGF) gab 15 Schülern die Gelegenheit, im Rahmen eines besonderen Projekts diese Kompetenzen unter Beweis z...
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Schüler des P-Seminars auf dem Jakobsweg durch Frankreich. Zu den reizvollsten Abschnitten des französischen Jakobswegs zählt die Hochebene des Aubrac.  Foto: privat
Schüler des P-Seminars auf dem Jakobsweg durch Frankreich. Zu den reizvollsten Abschnitten des französischen Jakobswegs zählt die Hochebene des Aubrac. Foto: privat

Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Selbstorganisation - das Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim (EGF) gab 15 Schülern die Gelegenheit, im Rahmen eines besonderen Projekts diese Kompetenzen unter Beweis zu stellen: Dank einer ungewöhnlichen Kooperation zwischen den Fächern Französisch und katholische Religionslehre konnten sie den Klassiker des französischen Jakobswegs zwischen Le Puy-en-Velay und Conques in sieben Tagen zurücklegen.

Vollbepackter Rucksack

Die körperlichen Voraussetzungen wurden sowohl privat durch kontinuierliche sportliche Betätigung als auch im Unterricht durch dreimaliges "Probepilgern", also das Zurücklegen von Etappen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad auf dem Fränkischen Jakobsweg, geschaffen. Der letzte Termin, an dem mit vollbepacktem, zehn bis zwölf Kilo wiegendem Rucksack bei Hitze 32 Kilometer von Bamberg nach Forchheim zurückgelegt wurden, kam den in Frankreich zu erwartenden Bedingungen schon sehr nahe.

Expertenwissen zum Ablauf der Etappen, zum richtigen Packen des Rucksackes, zur geeigneten Ausstattung und zur richtigen Behandlung von Blasen und anderer körperlicher Beeinträchtigungen häuften die Schüler durch in Gruppen gestaltete Präsentationen und durch den Austausch mit erfahrenen Jakobspilgern an, zu denen auch die beiden das P-Seminar leitenden Lehrkräfte Kraus-Zeller und Hetzel gehören.

Dann brach das Seminar mit dem Zug zum Ausgangspunkt, dem Wallfahrtsort Le Puy-en-Velay in der Region Auvergne-Rhône-Alpes auf. Am nächsten Morgen strömte man nach der Segnung der Pilger mit vielen Menschen unterschiedlichster Nationalität aus der imposanten Kathedrale, um das große Abenteuer in Angriff zu nehmen. Schnell zeigte sich, dass das wellige Profil mit vielen Auf- und Abstiegen hohe Ansprüche an die Kondition und die Willensstärke der Teilnehmer stellen würde. Und dass man lernen würde, sich unterwegs in Genügsamkeit zu üben. Auch die rundweg sauberen Unterkünfte trugen dazu bei, die erschöpften Pilger bei Laune zu halten. Den Abschluss eines jeden Tages bildete die Pflege der stark beanspruchten Füße.

Für ihre Mühen belohnt wurden die Teilnehmer mit kontrastreichen, herrlichen Landschaften sowie mit sprachlichen Erfolgserlebnissen in bereichernden Gesprächen mit Pilgern aus anderen Ländern. Vor allem aber mit der Erfahrung, auch Hürden meistern zu können, die auf den ersten Blick die eigenen Fähigkeiten übersteigen. Besonders deutlich zeigte sich dies auf der Königsetappe von Aumont-Aubrac nach Aubrac, wo nach einem 27 Kilometer langen Marsch durch eine schöne, aber von steinigen Wegen geprägte Landschaft noch neun Kilometer Schlussaufstieg bis auf 1400 Meter Höhe warteten.

Nach sieben Tagen Pilgern kam die Gruppe wie geplant in Conques an und konnte in der Stille der romanischen Abteikirche, aber auch im gemeinsamen Gespräch ein Fazit der vergangenen Tage ziehen. Man kam zu dem Ergebnis, dass man bezüglich Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Selbstorganisation große Fortschritte erzielt hatte. Man erkannte jedoch auch, dass diese Kompetenzen nicht von selbst entstehen, sondern persönliche Anstrengungen eines jeden Gruppenmitglieds voraussetzen, damit die Last einer großen Leistung möglichst gerecht auf alle Schultern verteilt wird.

Die interessanten Eindrücke ihrer Unternehmung möchte das P-Seminar mit der Forchheimer Bevölkerung im Rahmen eines Pilgerabends teilen, dessen Termin noch bekanntgegeben wird.

Matthias Hetzel

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