Trebgast
Theaterauffühung

Grandiose Inszenierung des Stückes "Die Nacht von Flossenbürg"

Eine fast schon beängstigende Stille herrschte am Sonntagabend in der Markgrafenkirche St. Johannes, als Nicolas Peter mit den Anfangszeilen von Dietrich Bonhoeffers Gebet "Von guten Mächten wunderbar...
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Mutter Bonhoeffer (Barbara Wunsch) sorgt sich um ihren Sohn Dietrich (Nicolas Peter). Foto: Reißaus
Mutter Bonhoeffer (Barbara Wunsch) sorgt sich um ihren Sohn Dietrich (Nicolas Peter). Foto: Reißaus

Eine fast schon beängstigende Stille herrschte am Sonntagabend in der Markgrafenkirche St. Johannes, als Nicolas Peter mit den Anfangszeilen von Dietrich Bonhoeffers Gebet "Von guten Mächten wunderbar geborgen" einen beeindruckenden Schlusspunkt unter eine grandiose schauspielerische Gesamtleistung setzte. Für die Inszenierung des Stückes "Die Nacht von Flossenbürg" mit Szenen aus dem Leben und Sterben des Pfarrers und Widerstandskämpfers Bonhoeffer hätte Regisseur Jürgen Peter keinen besseren Abschluss finden können.

Bonhoeffers Lebensweg und tragisches Ende, seine wohl erst im Gefängnis zur Reife gelangten theologischen Überlegungen und seine Ethik dürften bei den Besuchern einen tiefen Eindruck hinterlassen haben. Dabei ließ der Autor Karl-Heinz Komm nicht außer Acht, wie Bonhoeffer den Widerstand gegen die Nazidiktatur mit seinem Gewissen begründete. Dass dieser faszinierende Mensch auch heute noch auf Interesse stößt, zeigte der Besuch im gut gefüllten Gotteshaus.

Eine dramatische Szenenfolge

Dietrich Bonhoeffer war Pfarrer, Theologe, Leiter eines Predigerseminars und Widerstandskämpfer. Mit "Die Nacht von Flossenbürg" hat Karlheinz Komm eine dramatische Szenenfolge geschaffen, einen fiktiven Bericht über Bonhoeffers Todesnacht. In Rückblenden waren Stationen aus Bonhoeffers Leben zu sehen.

Der Autor brachte einen Wärter (Benedikt Lehmann) ins Spiel, um einen Dialog mit Bonhoeffer (Nicolas Peter) zu ermöglichen. Auch Bonhoeffers Mutter (Barbara Wunsch) steht immer wieder mit ihrem Sohn im Dialog und liest aus seinen Briefen. Am Schluss erscheint der Lagerarzt (Michael Lehner) und schildert die Hinrichtung Bonhoeffers: "Ich habe in meiner fast 50-jährigen ärztlichen Tätigkeit kaum je einen Mann so gottergeben sterben sehen."

Parallele zum Leidensweg Jesu

Mit Siegfried Kratzer aus Amberg hatte das Theater in der Kirche (TiK) einen fundierten Kenner der Materie zu Bonhoeffers Todesumständen als Ehrengast eingeladen. Der frühere Studienseminarleiter hatte selbst eine Begegnung mit dem Richter, der Bonhoeffer verurteilte. Kratzer war am Ende ergriffen und im Stillen auch begeistert über die Darstellung von Dietrich Bonhoeffer. In dem Stück hat Kratzer auch sehr beeindruckt, dass eine Parallele gezeichnet worden ist zwischen dem Leidensweg Jesu und dem Leidensweg Bonhoeffers: "Diese Parallelen waren unübersehbar, und die sind auch unübersehbar in seinen Briefen und seiner ganzen Theologie." Kratzer hat bereits mit dem TiK vereinbart, das Stück am Karfreitag 2020 auch ins Evangelische Bildungswerk nach Amberg zu holen. Unter den Besuchern war auch Kurt Rodehau, der frühere Vizepräsident des bayerischen Amateurtheaters, der vor allem von Hauptdarsteller Nicolas Peter begeistert war. Auch stellvertretende Landrätin Christina Flauder war noch lange nach der Aufführung ergriffen: "Ein unglaublich intensives Stück, das einen ganz tief berührt."

Die weiteren Vorstellungen sind am Sonntag, 17. November, ab 18.30 Uhr in der evangelischen Kirche Untersteinach und am Sonntag, 24. November, ab 17.30 Uhr in der Christuskirche Neuenmarkt. Karten gibt es bei den jeweiligen Pfarrämtern sowie an der Abendkasse.

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