Marktschorgast

Gotteshaus ist das Herz der Gemeinde

Die evangelische Dreifaltigkeitskirche wurde vor 90 Jahren geweiht - an Pfingsten und nach langem Kampf.
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Dreifaltigkeitskirche, Gemeindehaus, Leichenhalle und Friedhof bilden ein Ensemble. Foto: Bruno Preißinger
Dreifaltigkeitskirche, Gemeindehaus, Leichenhalle und Friedhof bilden ein Ensemble. Foto: Bruno Preißinger

Bruno Preissinger Die evangelischen Christen in Marktschorgast freuen sich auf den morgigen Pfingstsonntag. In einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr werden sie der Weihe der Dreifaltigkeitskirche vor 90 Jahren gedenken.

Ehe das Gotteshaus eingeweiht werden konnte, waren von den ersten Planungen an schon 31 Jahre ins Land gezogen. "Im Jahr 1898 bildete sich in Marktschorgast ein Evangelischer Verein", heißt es in der kleinen Chronik. Dieser hatte das Ziel, eine eigene protestantische Kirche zu bauen.

Die Bevölkerung von Marktschorgast zählte um 1900 etwa 250 Protestanten und rund 1000 Katholiken. Heute leben hier 599 evangelische und 640 katholische Christen. Am Ort befanden sich 1913 bereits ein evangelischer Friedhof sowie eine evangelische Schule, in die auch von Kindern aus Rohrersreuth, Pulst, Pöllitz und Ziegenburg gingen.

Alle Bemühungen zur Errichtung eines evangelischen Gotteshauses waren immer wieder durchkreuzt worden, teils durch widrige Umstände, teils durch die Behörden. Am 12. Juli 1926 wurde schließlich der Beschluss gefasst, den Bau baldmöglichst durch den Evangelischen Verein in Angriff nehmen zu lassen. "Dem Bauausschuss gehörten an: Pfarrer Seiler, Regierungsrat Strobl, Lehrer Thaufelder und Assistent Heidenreich. Als Vertrauensmänner der umliegenden Ortschaften wurden gewählt: für Rohrersreuth Ökonom Adolf Zimmermann, für Pulst Landwirt Heinrich Rossner, für Pöllitz Landwirt Konrad Benker und für Ziegenburg Fabrikschmied Andreas Popp. Die Grundsteinlegung erfolgte schließlich durch Dekan Gustav Köhler im Jahre des Heils 1928, am Trinitatisfest, dem 3. Juni", heißt es in den Annalen.

Nach einjähriger Bauzeit fand am 20. Mai 1929 zu Pfingsten die Einweihung der Dreifaltigkeitskirche durch Oberkirchenrat Karl Prieser statt. Damit hatte der Klassenraum im ehemaligen evangelischen Schulhaus, in dem 30 Jahre lang Gottesdienste stattfanden, ausgedient.

Weiter heißt es in der Chronik: "Unter den Wirrnissen des Zweiten Weltkrieges hatten auch die evangelische Kirche und der Friedhof zu leiden. In den letzten Kriegsmonaten wurde die Kirche und der Friedhof von Fliegerbomben getroffen und schwer gezeichnet. Die hintere Wand der Kirche wurde eingedrückt und Fenster und Bänke zerstört." 1977 folgte der Neubau einer Leichenhalle auf dem evangelischen Friedhof. Ein weiterer Meilenstein im 20. Jahrhundert war der Bau des Gemeindehauses, das 1992 eingeweiht werden konnte. Damit schloss sich der Kreis der baulichen Maßnahmen, deren Herz die Dreifaltigkeitskirche bildet.

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