Pretzfeld

Gottesacker soll sauber bleiben

Der Markt Pretzfeld übernimmt die Wasser- und Abfallgebühren auf dem Friedhof in Wannbach. Ein E-Piano für die Leichenhalle bekommt die Kirchengemeinde aber nicht.
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Die Hetzelsdorfer Kirche Foto: Carmen Schwind
Die Hetzelsdorfer Kirche Foto: Carmen Schwind

Für Diskussionen sorgten in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates Pretzfeld zwei Anträge der evangelischen Kirchengemeinde Hetzelsdorf. Pfarrer Matthias Haag hatte in einem Schreiben beantragt, "dass die Marktgemeinde Pretzfeld den Betrieb des evangelischen Friedhofs Wannbach unterstützt durch die Übernahme der Kosten für Abfall und Wasser."

Für Abfall fallen im Jahr 700 Euro und für Wasser 150 Euro an. Der Pfarrer begründete den Antrag damit, dass der Friedhof Wannbach für alle Bürger der Marktgemeinde da sei, und damit erfülle die Kirchengemeinde "subsidiär eine Aufgabe der Marktgemeinde". Weiterhin zählte Haag in seinem Schreiben auf, dass die Kosten für den Betrieb des Friedhofs erheblich seien. Zum Beispiel müssen der Rasen gemäht, die Hecken geschnitten oder die Wege und die Leichenhalle instandgehalten werden.

Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökologen) trug vor, dass es in Pretzfeld vier Friedhöfe gebe, zwei gemeindliche und zwei, deren Träger die Kirchen seien. "Bei den gemeindlichen sind die Betriebs- und Bewirtschaftungskosten in den Gebühren enthalten", meinte die Bürgermeisterin und schlug vor, dass die Kirchen ebenso verfahren sollten.

Gleiches Recht für alle

Eine Zustimmung zum Antrag würde eine Ungleichbehandlung gegenüber den gemeindlichen Friedhöfen bedeuten. "So einfach geht's nicht", meinte Gerhard Mühlhäußer (CSU/BB) und lobte das ehrenamtliche Engagement der Bürger, die sich um die Pflege der kirchlichen Friedhöfe kümmern. Er will die Gebührenkalkulation für die gemeindlichen Friedhöfe und die für die von der Kirche geführten einsehen und vergleichen.

Unpopuläre Entscheidung

Zweiter Bürgermeister Walther Metzner (WPA) wies darauf hin, dass es sich um Verbrauchsgebühren handle, die die Kirchen ebenfalls auf ihre Gebühren schlagen müssten, auch wenn das unpopulär sei. Rose Stark gab zu bedenken, ob Pretzfeld überhaupt vier Friedhöfe benötige.

Und René Rackelmann warf ein, dass bei positivem Beschluss auch Hetzelsdorf kommen könnte, um Bewirtschaftungsgebühren einzufordern. Mit vier Gegenstimmen stimmte das Gremium dem Antrag auf Übernahme der Kosten für Abfall und Wasser zu.

Anschließend lehnten die Marktgemeinderäte allerdings den Antrag Pfarrer Haags auf ein elektronisches Piano für den Friedhof einstimmig ab. "In der Regel werden die Trauerfeiern in der Kirche gehalten", sagte Rose Stark und führte an, dass aus ihrer Sicht ein E-Piano am Friedhof selten gebraucht werde. Zudem könne man eines beim Bestatter mieten. "Und wenn es im Leichenhaus steht, geht das Piano sicher schneller kaputt."

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