Maroldsweisach
Himmlische Aussichten

Gott will nicht die Isolation, er will die Gemeinschaft

V or kurzem erhielt ich eine Postkarte mit einer seltsamen Nachricht: "Was würde geschehen, wenn wir die Bibel genauso behandeln wie unser Handy? Wenn wir umkehren, um sie zu holen, weil wir sie zu Ha...
Artikel drucken Artikel einbetten
Stefan Köttig
Stefan Köttig
V or kurzem erhielt ich eine Postkarte mit einer seltsamen Nachricht: "Was würde geschehen, wenn wir die Bibel genauso behandeln wie unser Handy? Wenn wir umkehren, um sie zu holen, weil wir sie zu Hause haben liegen lassen, wenn wir sie mehrmals am Tag zur Hand nehmen, wenn wir die Botschaften Gottes in der Bibel lesen, wie wir die Botschaften auf dem Handy lesen?"
Eine provokante Frage. Sie macht mich nachdenklich. Welche Rolle spielt in meinem Leben das Handy? Ich muss zugeben, dass ich mir ein Leben "ohne" nur schwer vorstellen kann.
Ich telefoniere nicht nur damit. Mein Terminkalender ist darauf gespeichert, ebenso mein Adress- und Notizbuch und vieles mehr. Ich lese und schreibe damit Kurznachrichten, ich mache Fotos und höre Musik, alles mit meinem Smartphone. Nicht auszudenken, wenn ich es verlieren würde! Was würde also geschehen, wenn uns die Bibel genauso wichtig wäre wie dieses Gerät? Wenn sie ebenso Teil unseres Alltags wäre? Ich glaube, das würde uns guttun. Wir würden Gottes Wort an uns heranlassen, würden es lesen und uns ansprechen lassen von dem, was Gott uns durch sein Wort sagt.
Wenn wir uns zu sehr mit unseren Handys beschäftigen, wenn wir zu sehr und zu lange auf das Display starren, verlieren wir unseren Mitmenschen aus dem Blick. Wir sind dann viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt und merken gar nicht, wie einsam wir dadurch werden. Gott will aber nicht die Isolation, er will die Gemeinschaft. Lassen wir uns also ansprechen von seinem Wort, lassen wir es in unser Leben herein.
Übrigens, es war kein geringerer als Papst Franziskus, der diese Frage seinen Zuhörern bei einer Andacht auf dem Petersplatz gestellt hat. Lassen wir uns von seinem Denkanstoß berühren, hören wir immer wieder hin auf das, was Gott uns zu sagen hat, schauen wir auf, horchen wir hin auf Gottes Wort und überlassen wir Gott in unserem Leben das letzte Wort.
Wir werden staunen: Es ist ein liebevolles Wort, das er an uns richtet, eines, das zum Leben hilft. Es lohnt sich also, nicht nur das Handy, sondern auch die Bibel stets bei sich zu tragen und darin zu lesen.

(Stefan Köttig ist evangelischer Pfarrer in Altenstein.)
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren