Kulmbach

Goldene Schaufel als verdienter Lohn

Beim Wettbewerb "Urban Gardening" gab es nur Sieger. Die Nachwuchsgärtner aus dem Landkreis waren begeistert bei der Sache.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch Christina Flauder (links) gehörte zur Jury. Foto: privat
Auch Christina Flauder (links) gehörte zur Jury. Foto: privat
+3 Bilder

Unter "Urban Gardening" versteht man frei übersetzt die nachhaltige gärtnerische Nutzung kleiner und oft vernachlässigter Flächen in einer Stadt. Das dies nicht nur möglich ist, sondern obendrein richtig viel Spaß machen kann, zeigte sich bei einem Wettbewerb für Kinder in Schulen und Kindertagesstätten im Landkreis Kulmbach.

Initiator war die Bewegung "Transition Kulmbacher Land", auch bekannt unter der Abkürzung "Tra.Ku.La.".

Am Landratsamt fand jetzt die Preisübergabe statt. Die Mitglieder der Jury taten gut daran, alle Teilnehmer auszuzeichnen, denn die Ergebnisse des Mitmachprojekts "Gärtnern in der Stadt" konnten sich sehen lassen.

Ein Quadratmeter Fläche bietet schon eine Welt voller Möglichkeiten. Mit diesem Ansatz sollten Kinder und Jugendliche für Ökologie, Nachhaltigkeit und Gemüse aus eigenem Anbau begeistert werden.

Praxisnahe Projekte

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) betonte, dass die Klimaschule des Landkreises diesen zukunftsweisenden und nachhaltigen Wettbewerb gerne unterstützt habe. Zur Durchführung sei ein einzigartiges Netz mit Vertretern aus Vereinen, Verbänden und der Wirtschaft geknüpft worden. "Die Klimaschule bietet praxisnahe Bildungsprojekte für alle Altersstufen in verschiedenen Handlungsbereichen an", sagte er.

Veronika Reis von "Transition Kulmbacher Land" bezeichnete die Preisübergabe als einen verdienten Ehrentag. "Ihr habt lange mit sehr viel Kraft, Ausdauer und Geduld eure Pflanzen gehegt und gepflegt."

Melkendorf sei im Frühjahr 2018 die erste Schule gewesen, die das Projekt probehalber durchlaufen habe. An einem Frühlingstag sei ein Hochbeet nach Melkendorf gebracht und gleich von den Kindern bepflanzt worden. Für einige Jungen und Mädchen sei das Thema Neuland gewesen, doch das habe sich im Laufe des vergangenen Jahres entschieden geändert, so Reis. Im Herbst habe man die mobilen Kästen geplant, die Fassoldshofer Schule habe angeboten, diese zu zimmern. Die Firma Bergophor habe die Paletten gestiftet.

Weitere Unterstützung erhielt "Tra.Ku.La." Reis zufolge von der Berufsschule Kulmbach und vom Gewürzwerk Raps. Im Frühjahr 2019 hätten die Kinder die Kästen gepflanzt. Zuvor habe man diese mit Ästen, Laub und Ton sowie anschließend mit hochwertiger Komposterde befüllt, die die Firma Eichner kostenlos geliefert habe.

Drei Frauen in der Jury

Veronika Reis dankte den Mitgliedern der Jury mit Franziska Bartels, Christina Flauder und Dagmar Besand: "Ohne ihre Hilfe hätten wir das nicht so schön zu Ende gebracht."

Der Dokumentation galt der zweite Teil des Wettbewerbs. Veronika Reis stellte dazu fest: "Es ging nicht darum, wer bei der Besichtigung der Jury noch schnell die buntesten Blumen einpflanzt, sondern darum, sich mit der ganzen Sache intensiv auseinanderzusetzen." Dabei mussten viele Faktoren beachtet werden: Wie gehe ich mit Misserfolg um? Was mache ich, wenn zu viele Insekten das Beet plündern oder es zu wenig Wasser gibt? Wann muss ich was aussäten und wie weit auseinander? Wieviel Platz braucht die kleine Pflanze?

Bei der Preisübergabe wurden alle Projekte kurz vorgestellt. Das waren die Teilnehmer: Theodor-Heublein-Schule Melkendorf, Schülerhort "Sonnenschein" Thurnau, Tagesstätte der Awo Kulmbach, Caspar-Vischer-Gymnasium, Grund- und Mittelschule Mainleus und Kindergarten "Lummerland".

Als Preis wurden je eine "goldene Schaufel" und zwei Gläser regionaler Honig übergeben. Daneben erhielten alle Teilnehmer noch einen Gutschein für den Besuch der Bienenschule Witzgall in Stadtsteinach.

"Guter Grundstein gelegt"

Stellvertretende Landrätin Christina Flauder (SPD) äußerte sich zur Entscheidung, alle Teilnehmer gleichermaßen auszuzeichnen: "Wir waren ja in allen Schulen und haben uns diese Pflanzcontainer angesehen. Da ist einem das Herz aufgegangen, wenn man vor allem auch gesehen hat, dass auch die ganz Kleinen im Kindergarten mit Feuereifer dabei waren, diese Pflanzen zu hegen, zu pflegen, zu gießen und uns davon zu erzählen." Der Jury sei wichtig gewesen, dass die Kinder den Umgang mit der Natur lernen. "Da wurde ein guter Grundstein gelegt", so Flauder zufrieden.

Sofia-Marie Weiß (10) und Max Täuber (8) vom Schülerhort "Sonnenschein" Thurnau waren mit Begeisterung dabei. "Das Beste war, dass wir sehen konnten, wie alles geblüht hat und wir daraus später ein leckeres Essen machen konnten", so Sofia-Marie Weiß.

Und Max Täuber, der zu Hause einen eigenen, kleinen Garten hat, ergänzte: " Mir haben die großen Kürbisse gefallen, die wir ernten und später als Suppe essen konnten."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren