Gößweinstein

Gößweinstein soll für seine Musikschüler bezahlen

Nach einer kontroversen Diskussion im Marktgemeinderat wurde der Tagesordnungspunkt der Bezuschussung der Musikschule Ebermannstadt nach einem Antrag von Peter Helldörfer (CSU) zur...
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Nach einer kontroversen Diskussion im Marktgemeinderat wurde der Tagesordnungspunkt der Bezuschussung der Musikschule Ebermannstadt nach einem Antrag von Peter Helldörfer (CSU) zur Geschäftsordnung ganz knapp mit 9 zu 8 Stimmen abgesetzt. Zwölf Kinder aus Gößweinstein besuchen derzeit die Ebermannstadter Musikschule und die Gebühr pro Kind und Monat beläuft sich auf 70 Euro.
Für die Musikschüler aus Gößweinstein ergibt sich demnach ein Betrag von 3500 Euro, den der Schulverband Ebermannstadt, der Betreiber der Musikschule ist, vom Markt Gößweinstein einfordert. Die Musikschule schrieb mit 600 Schülern im Jahr 2014 ein Defizit in Höhe von rund 175 000 Euro. Vom Schulverband Ebermannstadt ist daher eine Neustrukturierung der Musikschule vorgesehen, was den Haushalt der Musikschule betrifft.
Peter Helldörfer ist nun der Meinung, dass die Stadt Ebermannstadt die anteiligen Kosten für die Musikschüler aus Gößweinstein übernehmen sollte. Dies deshalb, weil die Stadtwerke Ebermannstadt das Ebermannstadter Freibad "Ebser Mare" betreiben, das im letzten Jahr rund 350 000 Euro Minus machte. Dadurch fehlen dem Markt Gößweinstein Einnahmen durch die Gewerbesteuer, die bezüglich der Stadtwerke Ebermannstadt höher ausfallen würden, würden die Stadtwerke nicht das Defizit für das Ebermannstadter Freibad tragen müssen. Da die Stadt Ebermannstadt ihr defizitäres Freibad nicht selbst betreibt, hat sie, so Helldörfer, eine Vergünstigung und Gößweinstein fehlen so Gewerbesteuereinnahmen durch die Stadtwerke Ebermannstadt.
Kämmerer Peter Thiem wies allerdings darauf hin, dass die Stadtwerke Ebermannstadt keinen Strom mehr an den Markt Gößweinstein liefern, weil Gößweinstein den Stromversorger gewechselt hat. Davon ließ sich Helldörfer jedoch nicht beirren. Er betonte, dass 90 Prozent aller Gößweinsteiner Haushalte ihren Strom nach wie vor von den Stadtwerken Ebermannstadt beziehen. Marktrat Georg Rodler sah überhaupt nicht ein, dass die Gemeinde Gößweinstein die Musikschule Ebermannstadt bezuschusst. Rodler verwies auf den Gleichheitsgrundsatz. Schließlich gebe es auch private Musikschulen oder Musikvereine, die auch eine musikalische Ausbildung anbieten und nicht bezuschusst werden. So würde zum Beispiel die Blasmusik Oberailsfeld auch Kinder aus Hungenberg und Unterailsfeld musikalisch fördern und erhalte dafür vom Markt Gößweinstein keinerlei Zuwendungen. "Was der Georg sagt, kann ich nachvollziehen", so Jürgen Kränzlein (SPD). Er fragte, ob man den Schulverband Ebermannstadt dazu zwingen könne, das Geld, das Gößweinstein für seine Musikschüler bezahlen würde, an die Eltern der Kinder aus Gößweinstein weiterzuleiten. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) soll nun abklären, ob die Stadt Ebermannstadt die Kosten für die Musikschüler aus Gößweinstein übernimmt.

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