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Gößweinstein
Bundestagswahl 

Gößweinstein bräuchte Millionen

Die boomende Wirtschaft sorgte in den vergangenen Jahren für sichere und steigende Altersbezüge. Dennoch spielt die Rente im Wahlkampf wieder eine große Rolle.
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Alfred Trabert von der Dampfbahn, Bürgermeister Hanngörg Zimmermann und Jürgen Kränzlein (von links) erläutern Anette Kramme die Pläne für die Gestaltung des denkmalgeschützten Bahnhofs-Areals in Behringersmühle.  Fotos: Josef Hofbauer
Alfred Trabert von der Dampfbahn, Bürgermeister Hanngörg Zimmermann und Jürgen Kränzlein (von links) erläutern Anette Kramme die Pläne für die Gestaltung des denkmalgeschützten Bahnhofs-Areals in Behringersmühle. Fotos: Josef Hofbauer
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JOsef Hofbauer

Hätte die Bundestagsabgeordnete Anette Kramme (SPD) bei ihrem Gemeindebesuch in Gößweinstein Geld dabei gehabt, hätte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales mehrere Millionen ausgeben können. Dabei ist die baufällige Klosterkirche, in deren Mauern Risse klaffen, dass Kirchenpfleger Bernhard Schrüfer seine halbe Hand hineinstecken kann, wohl noch das finanziell kleinste Problem.
Entstanden seien die Risse, weil bei der Erneuerung des Dachstuhles vor 140 Jahren wohl eklatante Fehler gemacht wurden. "Die Last des Dachstuhles drückt die Mauern nach außen, es bilden sich Risse", erklärte Schrüfer. Damit die Kirchenmauern nicht weiter auseinanderdriften, müssen sie mit Zugankern zusammengezogen werden. Dies habe das Gutachten eines Statikers bestätigt. Obwohl das erzbischöfliche Ordinariat einen Zuschuss von 65 Prozent der Gesamtkosten von 620 000 Euro zugesichert habe, ergebe sich für die Kirchenstiftung Gößweinstein, die Eigentümerin des Gotteshauses, ein Eigenanteil von 180 000 Euro. Dabei seien die Anteile der Bayerischen Landesstiftung in München, des Marktes Gößweinstein und der Oberfrankenstiftung bereits eingerechnet. Zwar habe die Kirchenstiftung Einnahmen, doch seien diese Gelder zweckgebunden zu verwenden. Da bleibt nichts für eine Sanierung, bedauerte Schrüfer, der sich Hilfe suchend an die Parlamentarierin wandte, ob sie nicht einen passenden Fördertopf wisse.


Tourismuszentrum geplant

Anette Kramme bedauerte, dass die Gleichbehandlung sämtlicher Pfarreien durch das Bistum die spezielle Situation des Wallfahrtsortes Gößweinstein völlig außer Acht lasse. Tief beeindruckt von den Rissen versprach sie, nach Fördermöglichkeiten Ausschau zu halten.
Dieses Versprechen gab sie auch Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) und Alfred Trabert, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Dampfbahn Fränkische Schweiz. Trabert informierte, dass jährlich rund 30 000 Besucher mit der Dampfbahn nach Behringersmühle kämen. Ziel sei es, diesen Besucherstrom gezielter zu lenken. Bürgermeister Zimmermann will im ehemaligen Bahnhof ein, in ein überregionales Tourismuskonzept eingebettetes, Tourismuszentrum mit einem entsprechenden Betreuungsangebot für die Gäste der Fränkischen Schweiz etablieren. Dazu gehörten ausgeschilderte Wanderwege ebenso, wie die Anbindung an das überörtliche Radwegenetz und ein gastronomisches Angebot. Das ehemalige Lagerhaus könnte in Zusammenarbeit mit dem Museum für Industriekultur in Nürnberg der Nachwelt erhalten werden.
Die besondere Bedeutung des Objektes, so Alfred Trabert, liege in der Tatsache, dass es in ganz Deutschland kein solches Ensemble mehr gebe, das im Originalzustand von 1930, als die letzte Nebenstrecke der Ludwig-Süd-Nord-Bahn errichtet wurde, erhalten sei. Zudem stünden nicht nur die Bauten unter Denkmalschutz, auch die 16 Kilometer lange Strecke inklusive der Ingenieurbauten wie Brücken und Wasserdurchlässe sowie der Strecke selbst hätten diesen Schutzstatus erreicht.


Burgen im Fokus

Schwerpunkt des Tourismuskonzeptes sollen die 55 Burgen, Burgruinen und Schlösser der Fränkischen Schweiz werden, die es in einem Radius von 25 Kilometern um Behringersmühle gibt. Das Problem ist auch hier das Geld. Zwar seien noch keinerlei Fördermittel beantragt worden, doch sehe das ambitionierte Konzept einen Finanzaufwand von elf Millionen Euro vor.


Auf der Suche nach Fördergeldern

"Da ist Kreativität angesagt", bekannte Staatssekretärin Annette Kramme. Ob Mittel aus der Städtebauförderung oder Gelder für die Tourismusförderung aus dem Wirtschaftsministerium zu bekommen seien, müsse sich zeigen. Auch Fördermöglichkeiten auf EU-Ebene dürften nicht außer Acht gelassen werden, fand Kramme, die überlegte: "Auch Kultur-Staatssekretärin Monika Grütters (CDU) könnte da eine Ansprechstelle sein."
Anette Kramme bekräftigte: "Da kommt man nur mit einem Gesamtkonzept weiter." Gleichzeitig betonte sie aber auch: "Es wäre schade, wenn das hier nichts werden würde." Tief beeindruckt zeigte sich die Parlamentarierin, dass die Mitglieder der Dampfbahn Fränkische Schweiz jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag aufbringen, um die Museumsbahn und ihre Infrastruktur zu erhalten.

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