Wartenfels
Ehejubiläum

Gnadenhochzeit im Hause Rasper:"Wir haben immer zusammengehalten"

Inge Rasper aus Wartenfels feiert morgen nicht nur ihren 92. Geburtstag, sondern mit ihrem Mann Werner auch ihren 70. Hochzeitstag. "Eigentlich wollte ich ihn gar nicht heiraten, er war mir zu jung", ...
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Werner und Inge Rasper feiern an diesem Wochenende Gnadenhochzeit und Geburtstag. Foto: Sonny Adam
Werner und Inge Rasper feiern an diesem Wochenende Gnadenhochzeit und Geburtstag. Foto: Sonny Adam

Inge Rasper aus Wartenfels feiert morgen nicht nur ihren 92. Geburtstag, sondern mit ihrem Mann Werner auch ihren 70. Hochzeitstag. "Eigentlich wollte ich ihn gar nicht heiraten, er war mir zu jung", amüsiert sich die Jubilarin. "Es war ja damals üblich, dass die Frauen deutlich jünger waren als die Männer. Aber bei uns war das nicht so."

Ihr gleichaltriger Gatte habe ihr damals gesagt, dass sie in 60 Jahren froh sein werde, einen jungen Mann zu haben. Und genau so ist es gekommen. Heute freut sich Inge Rasper, dass ihr Mann sie noch mit dem Auto überall hinfahren kann.

"Wir haben eine Ehe ohne Schwierigkeiten geführt. Wir haben immer zusammengehalten", sagt Werner Rasper. "Wir haben einfach kein Theater gemacht", ergänzt Inge Rasper.

Die Ehe begann holprig, denn der Pfarrer wollte die beiden gar nicht trauen, weil sie keine Papiere hatten. "Wir waren Flüchtlinge und haben beide auf einem Bauernhof im Osten gearbeitet. Wir haben die Hochzeit heimlich arrangiert und hatten Angst, dass noch was schiefgeht", erzählt Inge Rasper. Sie habe morgens die Kühe versorgt, ihr Mann hat noch bis 13 Uhr auf dem Feld gearbeitet. "Ich habe dann dem Verwalter gesagt, dass ich schnell mal weg muss. Und dann haben wir heimlich geheiratet."

Nach der Trauung gearbeitet

Ein weißes Kleid und eine große Feier gab es nicht. Die beiden sind nach der Trauung wieder arbeiten gegangen. Trotz der widrigen Umstände ist das Paar, das seit 1987 in Wartenfels heimisch ist, glücklich geworden.

Schon zwei Wochen nach der Hochzeit wurde Tochter Christa geboren. Weitere Aufregungen folgten. Denn Werner Rasper sollte im Uranbergbau eingesetzt werden. "Ich habe dann gesagt, dass er über die Grenze gehen soll und er hat es gemacht", erinnert sich Inge Rasper. Erst 1952 sei sie mit ihrer Tochter ihrem Mann in den Westen gefolgt Werner Rasper arbeitete bei Mannesmann, Inge Rasper war Grundschullehrerin mit Leib und Seele.

Mit 60 setzte sich das Paar nach einem bewegten Leben zur Ruhe, verkaufte das Haus in Nordrhein-Westfalen und begab sich auf Weltreise. "Wir waren drei Jahre unterwegs." Heute genießen die beiden die Ruhe in Wartenfels. "Fliegen möchte ich heute nicht mehr", sagt Inge Rasper. "Wir hoffen, dass das Ende nicht so tragisch wird und dass nicht einer lange alleine bleibt", wünscht sich das Jubelpaar. Ihren Ehrentag feiern die rüstigen Senioren mit Tochter Christa und deren Mann Rolf im kleinen Kreis. so

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