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Bad Rodach

Glücksbringer im Anzug

Wenn die Kaminkehrer in der Therme Glück bringen, nehmen einige Gäste weite Anfahrten in Kauf.
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Einmal Glück bringen, bitte: Joachim Diwisch, Moritz Schmidtlein, Eiko Normann Grußka und Otto-Norbert Grußka (von links) am Neujahrstag in der Therme Natur Bad Rodach. Foto: Martin Rebhan
Einmal Glück bringen, bitte: Joachim Diwisch, Moritz Schmidtlein, Eiko Normann Grußka und Otto-Norbert Grußka (von links) am Neujahrstag in der Therme Natur Bad Rodach. Foto: Martin Rebhan

Den Verantwortlichen der Therme Natur in Bad Rodach liegt das Wohlergehen ihrer Badegäste seit jeher am Herzen. Einen Größe können Geschäftsführerin Stine Michel und ihr Team allerdings nicht beeinflussen: Den Glücksfaktor der Besucher.

Aus diesem Grund hat man sich hier kompetente Verstärkung in Form von vier gestandenen Schlotfegern geholt. Schließlich gilt der Kaminkehrer als der Mensch gewordene Glücksbringer. Nach alter Überlieferung soll es Glück bringen, den schwarzen Mann oder Frau zu berühren oder einen goldenen Knopf auf der Uniformjacke anzufassen. Gerade am Jahresanfang stehen sie daher bei ihren Mitmenschen hoch im Kurs.

Aktion mit Tradition

Seit über 20 Jahren stattet der Bezirksbevollmächtigte Moritz Schmidtlein mit seinen Kollegen den Badegästen am Neujahrstag einen Besuch ab, um Glücksbringer in Form von goldfarbigen mit einem vierblättrigen Kleeblatt und einem Kaminkehrer geprägte Münzen zu übergeben. Eine Neuerung gab es in diesem Jahr. Mit dem Bezirkskaminkehrermeister Joachim Diwisch konnte ein weiterer Mitstreiter gefunden werden. "Ich wurde gefragt und habe spontan zugesagt, denn ich konnte mir vorstellen, dass es riesig Spaß macht", berichtet er. Otto-Norbert Grußka ergänzt, dass Freude bringe, durchs Bad zu gehen und mit den Menschen, die den Kaminkehrern durchwegs freundlich begegnen, ins Gespräch zu kommen. Für die Kaminkehrer ist das eine schweißtreibende Angelegenheit: Dort wo sich die Badegäste nur leicht bekleidet aufhalten, kommen die Schlotfeger in voller Montur. "Besonders angenehm ist der Besuch in der Sauna", erläutert Otto-Norbert Grußka mit einem vielsagenden Schmunzeln.

Angezogen in der Sauna

Er erlaubt sich auch kleine Scherze mit den Gästen. So sagte er einem Saunabesucher, der sich über den schwarzen Anzug wunderte: "Wir sind im Auftrag der Bundeswehr hier und testen wärmeabweisende Anzüge für Panzerbesatzungen."

So hatten am Neujahrstag Moritz Schmidtlein (Bad Rodach), Otto-Norbert Grußka, Eiko Normann Grußka (Rödental) und Joachim Diwisch (Coburg) viele Hände zu schütteln Dass die liebevolle Aktion der Kaminkehrer sehr bekannt ist, belegte die hohe Zahl der Badegäste, die am Neujahrstag die Becken füllten. Manche nahmen weitere Anreisen auf sich, um gut gewappnet in das neue Jahr zu starten. So berichteten Badegäste, dass sie ihre Glücksmünze seit Jahren sammeln. Ein Badegast ließ sich sogar entschuldigen und bat einen Bekannten eine Münze für ihn in Empfang zu nehmen.

Erfreut zeigte sich Stine Michel, dass die tolle Aktion von den Gästen so gut angenommen wird. Dass viele Badegäste spontan auf die vier Glückbringer zugingen belegte die Einschätzung der Geschäftsführerin.

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