Michelau im Steigerwald

Glory Gospel Singers reißen Publikum mit

"Hallelujah!" Da blieb keine Kehle ruhig und keine Hände und Beine still! Der Funke sprang von Beginn an über. "Bravo!"- und "Super!"-Rufe hörte man immer wieder aus den Reihen des zahlreich erschiene...
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Die Glory Gospel Singers verzauberten ihr Publikum in Michelau. Einige Zuhörer durften sogar " Oh happy day" mitsingen.  Foto: Karin Sträßner
Die Glory Gospel Singers verzauberten ihr Publikum in Michelau. Einige Zuhörer durften sogar " Oh happy day" mitsingen. Foto: Karin Sträßner

"Hallelujah!" Da blieb keine Kehle ruhig und keine Hände und Beine still! Der Funke sprang von Beginn an über. "Bravo!"- und "Super!"-Rufe hörte man immer wieder aus den Reihen des zahlreich erschienenen Publikums. So viel Applaus, Stampfen, Tanzen und Singen hat die Johanneskirche in Michelau sicher selten erlebt: The Glory Gospel Singers aus den USA faszinierten Jung und Alt am Dienstagabend. Mit ihren klanggewaltigen Stimmen schafften sie es, jede Tonlage lang anhaltend zu singen. "Ich hätte schon fünfmal schnaufen müssen", bekannte eine beeindruckte Dame in den Kirchenbänken.

Phyliss McKoy-Joubert ließ bei einem sagenhaften Solo mit lang gesungenen, hohen Tönen das Gotteshaus erklingen. Aber nicht nur lang. Sagenhaft lang. Eben dass jeder Normalsterbliche zwischendurch öfters Luft hätte holen müssen. Das Repertoire reichte von melancholischen bis hin zu mitreißend- temperamentvollen Stücken. Und immer wurde das Publikum zum Mitmachen aufgefordert, was dieses sich auch nicht nehmen ließ. Da gingen einzelne Sänger ins Publikum oder holten schließlich Teile der Gäste mit auf die Bühne zum gemeinsamen Lied. Natürlich waren wundervolle Kompositionen zu hören. "Oh happy day" und "Oh when the Saints" wurden vom begeisterten Publikum mitgesungen, mitgetanzt und mitgeklatscht. Aber auch besinnlich wurde es mit "Swing low, sweet chariot". Ein ganz besonderes Highlight war "Silent night", das Gänsehautfeeling in die in weihnachtlichem Glanz erstrahlte Kirche brachte. Auch in deutscher Sprache wurde eine Strophe des beliebten Weihnachtsklassikers zelebriert. Jeder Einzelne der sechs Künstler war ein unvergleichliches Talent. Sowohl beim Solo als auch gemeinsam durfte man ein Klangerlebnis erster Klasse genießen. So verschieden und doch auch gleich. Gesangkunst in Perfektion. Man hatte den Eindruck, dass zwar sechs Kehlen sangen, sie jedoch zu einer Stimme verschmolzen.

"Die spielen ja mit ihrer Stimme", meinte eine faszinierte Zuhörerin. Und es war wirklich erstaunlich, wie klar und harmonisch ein Mensch doch singen kann. "Gott sei Dank bin ich nicht daheim geblieben", freute sich eine Stimme aus dem Publikum. Mit Standing Ovations und frenetischem Applaus belohnten die Konzertgäste die äußerst engagierten Glory Gospel Singers.

Seit 1996 treten die Glory Gospel Singers in Kirchen und Konzerthallen in Deutschland auf. Aber auch im Rest von Europa und sogar in Japan haben sie ihre Fans. Musikalischer Kopf ist die 1954 in Harlem geborene Phyliss McKoy-Joubert. Sie übernimmt die Organisation und das Management. Sie erhielt schon diverse Auszeichnungen und Preise wie den "Founder and Directors Award" und den "Black Music Caucus Educators Award".

Das Wesen der Gospelsongs ist immer die Geschichte der Sklaven und ihrer Schicksale. Lieder und Tänze der Schwarzen lebten in der Fremde fort. Sie waren ihr allergrößter Schatz, den man ihnen trotz Unterdrückung nicht nehmen konnte. Die Lieder waren immer Zeichen innigen Glaubens.

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