Eggolsheim

"Glory Days of Rock 'n' Roll"

Günter Sigl und Band rockten die Eggerbachhalle in Eggolsheim mit Ohrwürmern aus vier Jahrzehnten.
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Drummer Robert Gorzawsky
Drummer Robert Gorzawsky
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Josef Hofbauer

Günter Sigl ist 71. Der Frontmann der Spider Murphy Gang, der am Sonntagabend mit seiner Band in der Eggerbachhalle gastierte, trägt die Liebe zum Rock 'n' Roll im Herzen. So bekannte er freimütig: "I ziags net aus, meine Rock `n Roll Schuah. No lang net!"
Zusammen mit dem einzigen bayerisch sprechenden Schotten, Willie Duncan aus Regensburg (Gitarre) , dem Ex Regensburger Domspatzen Wolfgang Götz (Keyboard), Dieter Radig (Percussion) und Robert Gorzawsky (Drums) riss Sigl das Publikum von den Sitzen. Dabei hatte er weder einen Frosch im Hals, noch "Schwammerl in de Knia." Den verfrühten Einsatz bei den "Zwoa Zigaretten" und kleine Text-Unsicherheiten am Anfang überspielte er gekonnt. "Mia bau´n solche Unsicherheiten ei', dass ihr net glaubts, des wär' Playback", begründete Sigl.
Das Quintett nahm die knapp 200 Zuhörer mit Ohrwürmern der Spider Murphy Gang mit auf eine musikalische Reise durch die letzten vier Jahrzehnte. Mitreißend, garniert mit kleinen Anekdoten präsentierten die Vollblut-Musiker eine bunte Mischung aus Boogie-Woogie, Swing, Rock´n Roll und alten Schlagern. Ein besonderes Zuckerl hatten Sigl und Radig mit dem Lied von der Waschmaschine "Fifi" im Gepäck, ein "handgeschrieben 24 Seiten langer kabarettistischer Text", den das österreichische Duo Bobby Piron und Josef Knapp in den 50er Jahren gesungen hatte. "Das hat mir so gut gefallen, dass ich die Platte so lange gespielt habe, bis ich den kompletten Text konnte", erklärte Siegl.


Mitreißende Improvisationen

Sigl und Band bescherten dem Publikum "Glory Days of Rock n Roll", bedauerten "Du magst mi net", tranken ein Piccolöchen und begleiteten das Publikum in die Münchner Schickeria. Sie schickten aber auch Grüße in die ganze Welt oder trösteten: "Wer wird denn woana" und verabschiedeten sich mit "Pfüat di Gott, Elisabeth" von alten Liebschaften.
Doch es waren nicht nur die Songs zum Mitsingen, die begeisterten. Hörenswert waren vor allem die Schlagzeug-Soli von Dieter Radi und Robert Gorzawski, sowie die virtuosen Gitarrenriffs von Willie Duncan und die Improvisationen von Wolfgang Götz, bei denen sie ihre Fingerfertigkeit unter Beweis stellten und das Publikum nahezu in Trance versetzten. Nicht zuletzt deshalb stimmten die Besucher gerne ein: "Oh oh, I mog di so."
Deshalb haben es die meisten Gäste Günter Sigl auch abgenommen, dass er dereinst auch noch im Fegefeuer mit seinen Kollegen "Knocking on heavens door" spielt, wahrscheinlich auf Bayerisch. Aber dann ist eines klar. "Wenn Du gehst, zieht der Blues bei mir ein."


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