Königsberg in Bayern

Gleichschritt ruckelt noch etwas

Über 70 Männer nahmen am Probemarsch teil, damit beim Auszug am Pfingstdienstag alles läuft.
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Beim Parademarsch beschwerte sich Hauptmann Manfred Barfuß über die Unkonzentriertheit bei einigen Marschierenden. Foto: Gerold Snater
Beim Parademarsch beschwerte sich Hauptmann Manfred Barfuß über die Unkonzentriertheit bei einigen Marschierenden. Foto: Gerold Snater

Die historische Königsberger Bürgerwehr ist die Seele des kollektiven Königsberger Traditionsbewusstseins. Über Vereinsgrenzen hinweg verbindet sie die Bürger Königsbergs, indem sie das städtische Selbstverständnis der ehemaligen Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha in sich trägt. Königsberger, die im Kommando an dieser Tradition teilhaben, nehmen nicht nur ein Privileg wahr, sondern sie verpflichten sich auch dem Erhalt des Brauchtums.

Der festliche Auszug der Bürgerwehr am Dienstag nach Pfingsten ist jedes Jahr ein feierlicher Höhepunkt für die Bürger Königsbergs und Gäste aus nah und fern. Damit beim Ausmarsch, der jedes Jahr von unzähligen Zuschauern streng beäugt wird, alles gut läuft, findet alljährlich am Himmelfahrtstag ein Probeauszug statt. Dazu trafen sich die Teilnehmer auf dem Marktplatz zum Probeaufzug. Hier war eine Stunde Exerzieren auf dem Bleichdamm vor den Toren der Königsberger Altstadt angesagt. Die Königsberger übten den Vorbeimarsch am Hauptmann den Stechschritt, Drehungen, Wendungen, Gewehrgriffe und alles, was zum guten Gelingen des Aufmarsches am Pfingstdienstag gehört. Etwas über 70 Männer nahmen in diesem Jahr am Probeauszug teil.

Hauptmann Manfred Barfuß schaute dabei sehr genau hin. Zufrieden zeigte er sich mit den Wendungen, Gewehrgriffen und den Sektionsschwenkungen: "Es war alles sehr gut!". Unzufrieden zeigte er sich jedoch mit dem ersten Vorbeimarsch: "Auch wenn man Probleme mit dem Stechschritt hat, so gibt es doch Möglichkeiten, so auszuschreiten, dass man diesen behält", tadelte er. Beschwichtigend fügte er dann aber doch hinzu: "Beim zweiten Vorbeimarsch konnte man erkennen, dass es ein Parademarsch sein sollte." Wobei die dritte Kompanie den besten Parademarsch hinlegte.

Auch als Schützen erfolgreich

Abschließend meinte Hauptmann Barfuß: "Zum Üben gehört, dass man mit dem Herz an die Sache herangeht. Wir sind keine Militaristen, aber wir wollen uns bemühen, ein gutes Bild abzugeben."

Bekanntgegeben wurden auch die Erfolge vom Landesschießen des Landesverbandes Historischer Bürger- und Landwehren in Bayern im September 2018: Die Königsberger Bürgerwehr nahm nicht nur teil, sondern richtete den Wettbewerb auch aus. Um die Voraussetzungen für die Schießwettbewerbe zu erfüllen, mietete die Wehr die Anlage des Schützenvereins in Haßfurt vom Landesverband an. Nach 2015 und 2017 sicherte sich die Bürgerwehr 2018 erneut den Wanderpokal des Hauses Wittelsbach mit der Mannschaft, bestehend aus Sappeur Udo Merz, Tambour Dominik Blümmert und Bürger Werner Sauter. Daneben errang Geschützführer Detlef Bartesch die Königsscheibe Pistole und Werner Sauter den Titel als zweitbester Schütze beim Tiefschuss. Der Wanderpokal bleibt bis zum nächsten Landesschießen im September in Königsberg.

Auf dem abschließenden Weg durch die Königsberger Altstadt passierte man im Stechschritt Bürgermeister Claus Bittenbrünn, bevor es - unter den schmissigen Klängen der Musikkapelle Buch - auf den Marktplatz ging. Hauptmann Manfred Barfuß entließ seine Wehrmannschaft zum gemütlichen Ausklang auf dem Marktplatz, auf dem, dank des guten Wetters, schon bald kein Platz mehr frei war.

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