Scheßlitz
Stadtrat

Gleich zwei Hürden für vorgesehene Naturstromanlage genommen

Gleich zwei Hürden auf dem Weg zum "Solarpark Scheßlitz" wurden in der letzten Stadtratssitzung genommen. Martin Beil von der Firma Dietz und Partner mit Sitz in Elfershausen, stellte den aktuellen St...
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Gleich zwei Hürden auf dem Weg zum "Solarpark Scheßlitz" wurden in der letzten Stadtratssitzung genommen. Martin Beil von der Firma Dietz und Partner mit Sitz in Elfershausen, stellte den aktuellen Stand der Planung vor. Bauherr ist die Naturstromanlagen GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Naturstrom AG. Das vorgesehene Areal befindet sich rechts und links der Autobahn A 70 westlich der Ausfahrt Roßdorf am Berg. Die Anlage liegt im Naturschutzgebiet "Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst", wodurch einige Auflagen des Naturschutzes zu berücksichtigen sind.

Nachdem es im Stadtrat einen Grundsatzbeschluss gibt, den Bau von Photovoltaikanlagen nur innerhalb der Infrastrukturkorridore (110-Meter-Streifen entlang von Autobahn und Schiene) zu fördern, war bereits im Februar letzten Jahres eine Erweiterung auf 18 Hektar abgelehnt worden. In dem Zusammenhang wurde in der Folge zusätzlich auf eine kleine Teilfläche verzichtet, um auf Wunsch des Grundstückeigentümers auch weiterhin eine problemlose landwirtschaftliche Bewirtschaftung sicher zu stellen.

Ein weiteres Teilstück wurde auf Grund der Stellungnahme der Naturschutzbehörde aus der Planung genommen, weil das einen "struktur- und artenreichen Lebensraumkomplex" betroffen hätte. Das wiederum hatte zur Folge, dass der verbleibende Teil des betreffenden Areals entfallen musste, weil hier eine Nutzung laut Naturstrom AG "nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll" gewesen wäre.

So beläuft sich die jetzige Fläche auf rund 8,75 Hektar. Davon werden circa 7,2 Hektar als Baufläche für die Photovoltaikanlage genutzt. Auf Basis der aktuellen Planung verfügt die Anlage über eine Gesamtleistung von rund 9,0 MWp. Mit ihr wird in Scheßlitz ein weiterer Beitrag zur Erreichung der Klimaziele geschaffen. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Autobahn bis zu einem Abstand von 110 Metern greift das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), demzufolge die hier erzielten Erträge besonders vergütet werden.

In einem sensiblen Gebiet

Da es sich bei der Lage der Flächen um ein "sensibles Gebiet" handelt, sind Abstimmungen mit der Naturschutzbehörde erfolgt. Die notwendigen Ausgleichsflächen wurden gefunden und sind mit der zuständigen Naturschutzbehörde abgestimmt. Gemäß den Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes Kronach ist seitens Naturstrom AG vorgesehen, die Anlage vom Baumaterial her so auszuführen, dass keine Verunreinigung des Grundwassers durch Schwermetalle zu erwarten ist. Aufgrund der direkten Lage an der Autobahn wird seitens der Autobahndirektion Nordbayern zwar eine Bebauung bis auf 20 Meter zum Fahrbandrand zugelassen. Aber es war ein Gutachten zur Blendwirkung zu erstellen, dessen Ergebnisse in die Planung einfließen. Demnach sind die Module so auszurichten und zu drehen, dass für den Verkehr eine Blendwirkung ausgeschlossen ist.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg (AELF) wies darauf hin, dass auf angrenzende Ackerflächen Rücksicht zu nehmen ist, insbesondere was Abstände und Anpflanzungen betrifft. Von den Flächen ausgehender Samenflug, der landwirtschaftliche Flächen beinträchtigen könnte, ist zu verhindern. Seitens der Unteren Forstbehörde im AELF wurde auf einen Baumfäll-Abstand von 30 Metern hingewiesen. Da die Anlage an entsprechenden Passagen bis auf 20 Meter Nähe geplant ist, wurde für die restlichen zehn Meter mit den angrenzenden Waldbesitzern ein Haftungsausschluss vereinbart.

Auf die Frage von Stadtrat Bernhard Ziegmann (CSU), wie denn "der Rückbau geregelt ist, sollte das Unternehmen einmal insolvent werden", wurde auf entsprechende Ausführungen in Bezug auf den Rückbau im Bebauungsplan hingewiesen sowie seitens des anwesenden Vertreters von Naturstrom AG auf eine dafür existierende "Rückbaubürgschaft von Naturstrom" verwiesen.

Sowohl der Bebauungsplan als auch die vierte Änderung des Flächennutzungsplanes "Solarpark Scheßlitz" wurden mit den in der Sitzung gemachten Änderungen und Ergänzungen einstimmig verabschiedet.

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