Friesen

Glanzlichter der Weihnachtsmusik

Viel Beifall und ein klanggewaltiges "Tauet Himmel" als inniger Abschluss: Das Adventskonzert am Sonntag in der Pfarrkirche St. Georg Friesen bescherte dem Publikum wunderbare Momente des Glücks, der Ruhe und Besinnung.
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Der katholische Kirchenchor Friesen unter der Leitung von Marius Popp Foto: Heike Schülein
Der katholische Kirchenchor Friesen unter der Leitung von Marius Popp Foto: Heike Schülein

Friesen — Veranstaltungen zur Vorweihnachtszeit sind etwas, das die Menschen ganz besonders berührt. So lag am dritten Adventssonntag eine erwartungsvolle Stimmung über der mit brennenden Kerzen in ein warmes Licht getauchten Pfarrkirche in Friesen. Bereits mit den ersten, von den Bläsern klangvoll dargebotenen feierlichen Klängen "Es wird schon gleich dumpa" kam jene stimmige Atmosphäre auf, um die Weihnachtszeit in strahlender Art und Weise einzuläuten.

Innehalten, loslassen, zurücklehnen und die Musik auf sich wirken lassen: Seit 1966 beschenken mit kurzzeitiger Unterbrechung die St.-Georgs-Bläser, der Männergesangverein "Cäcilia" und der katholische Kirchenchor die Bevölkerung mit einem stimmungsvollen Kirchenkonzert am dritten Adventssonntag, so auch in diesem Jahr. Mit den gefühlvoll dargebotenen "Alta trinita beata", "Es kam ein Engel" sowie "Heilige Nacht" thematisierte der harmonisch und tonschön auftretende Männerchor "Cäcilia" die Gottessehnsucht. Geleitet wird der Männerchor von Theo Wich, während beim katholischen Kirchenchor Marius Popp den Taktstock führt. Unter dem einfühlsamen Dirigat des Kirchenmusikdirektors erstrahlten die Interpretationen des sinnbildlich für den Neubeginn stehenden "Brich an du schönes Morgenlicht" aus Bachs Weihnachtsoratorium sowie "Hebe deine Augen auf" aus dem Elias-Oratorium über die Geschichte des biblischen Propheten von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

In den "Irischen Segenswünschen" hat Bob Chilcott Texte aus der Tradition der irischen Segenswünsche vertont, während die beiden zauberhaften Advents-Motetten "Macht hoch die Tür" und "Mache dich auf, werde Licht" aus der Feder von Johann Georg Herzog die frohe weihnachtliche Botschaft verkünden. Strahlend schöne Glanzlichter waren das preisende "Laudate" von Knut Nystedt sowie das jubilierende "Jubilate" nach dem Text von Franz Bibel, arrangiert von Marius Popp.

Schön und beglückend

Ein freudvoller Höhepunkt des Konzerts war "Mit freudigem Schall" mit der glockenklaren Solo-Stimme von Anita Letsch, unter Klavier-Begleitung des Kirchenmusikdirektors: Die Kantate über ausländische Weihnachtslieder von Karl Haus gleicht einem Spaziergang durch die Seelenlandschaft - so schön und so beglückend, wie es eben nur festliches weihnachtliches Liedgut sein kann! Eine große Bereicherung erfuhr das Programm durch die majestätischen Klänge der St.-Georgs-Bläser. Unter Leitung von Heiko Meusel brachte das Ensemble die sakralen Werke "Chorale und Canzone" und "In dulci jubilo", das Arrangement "In Spirit of Christmas", fünf wunderbarer Weihnachtslieder auf der ganzen Welt von Jacob de Haan sowie den innig-ergreifenden "Abendsegen" aus der spätromantischen Oper "Hänsel und Gretel" mit edler Tonqualität zur Geltung. Was für ein Genuss, die anmutigen Töne voller Wärme und Klangfarbenreichtum durch das Kirchenschiff schweben zu hören! In inniger Gemeinschaft ergab sich so ein harmonisches Ganzes, das seinen Abschluss im gemeinsam von allen Anwesenden angestimmten "Tauet Himmel" fand.

Zwischen den Stücken brachte sich Wiltrud Montag mit Gedanken, Impulsen und Gedichten ein, unter anderem mit der "Ansprache einer Kerze". Für sie gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie wird nicht angezündet und verstaubt oder sie wird entzündet, brennt und wird damit kürzer zugunsten des Lichtes und der Wärme. So verhalte es sich auch mit den Menschen: "Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn ihr kürzer werdet. Das ist nur äußerlich. Innen werdet ihr immer heller. Lasst euch deshalb Mut machen und euch anzünden, damit ihr brennt und leuchtet und wärmt!"

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