Bamberg

Glanzlichter der Naturfotografie

Das Naturkunde-Museum Bamberg präsentiert ein Best-of aus 20 Jahren Naturfotowettbewerb.
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Ob die kleine Eisscholle die Eisbärenfamilie noch tragen wird? Ein Foto des israelischen Naturfotografen Roie Galitz
Ob die kleine Eisscholle die Eisbärenfamilie noch tragen wird? Ein Foto des israelischen Naturfotografen Roie Galitz
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Der bedeutendste deutsche Naturfotowettbewerb "Glanzlichter der Naturfotografie" kann sein 20-jähriges Jubiläum feiern. 1999 wurde der jährlich stattfindende Contest zum ersten Mal durchgeführt. Im Jahr 2002 waren die Siegerbilder dann erstmals im Bamberger Naturkunde-Museum zu Gast. Seitdem haben diese Meisterfotografien eine stetig steigende Fangemeinde an das Museum gebunden. Rund 80 großformatige Fotografien fanden stets ein begeistertes Publikum. In diesem Jahr gibt es aus aktuellem Anlass eine besondere Schau: ein Rückblick auf die besten Aufnahmen der vergangenen 20 Jahre.

Der Wettbewerb ist eng verknüpft mit den jährlich stattfindenden Naturfototagen - einem viertägigen Forum mit Vorträgen, Präsentationen, Workshops und vielen weiteren Programmpunkten, anfangs in Rosenheim, seit mehreren Jahren in Fürstenfeldbruck stattfindend. Bisher fand das Festival, dessen Höhepunkt jeweils die Präsentation der neuen Glanzlichter bildet, immer im Mai statt. Danach ging die Fotoschau auf die Reise durch die namhaften Naturkundemuseen Deutschlands. Erster Ausstellungsort war stets das Bamberger Museum, wie dessen Leiter Matthias Mäuser mitteilt.

Heuer hat die internationale Fachmesse Photokina dieser eingeführten Praxis einen Strich durch die Rechnung gemacht, da der Messetermin überraschend in den Mai verlegt wurde und die "kleineren" Fürstenfelder Naturfototage terminlich in den August ausweichen mussten. Zwischenzeitlich wurde die Photokina zwar abgesagt, doch der Fürstenfelder August-Termin konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. Somit können auch die neuen Glanzlichter erst im August öffentlich vor- und ausgestellt werden.

Reiz am Wegesrand

Damit das Bamberger Publikum jedoch nicht auf die beliebte Fotoschau verzichten muss, hat sich die Initiatorin des Wettbewerbs, Mara Fuhrmann, etwas einfallen lassen: Eine Best-of-Schau der beeindruckendsten Aufnahmen der vergangenen 20 Jahre. Zu sehen sind nun im Naturkunde-Museum die meisten der jährlichen Gesamtsieger sowie die Höhepunkte der unterschiedlichen Wettbewerbskategorien.

Dabei wird die Stärke dieses Wettbewerbs deutlich: Es sind nicht immer nur die spektakulären Aufnahmen jagender Großkatzen, angriffslustiger Nashörner oder ausbrechender Vulkane; oft liegen zauberhafte Motive nahe am Wegesrand. So geraten das anmutig eingerollte Farnblatt vor der endgültigen Entfaltung, schillernde Luftblasen im eingefrorenen Teich oder das Eichhörnchen, das scheu aus einem Astloch hervorlugt zu wahren Meisterfotos, die den Betrachter in ihrer Poetik zum Innehalten und Ausruhen bringen. Ebenso erzeugen die grandiosen Landschaftsaufnahmen der Wettbewerbskategorie "Magnificent Wilderness" stimmungsvolle Augenblicke.

Internationales Interesse

Dass dieser Naturfoto-Wettbewerb inzwischen international angenommen wird, verdeutlicht die stetig wachsende Zahl der Teilnehmer. Auch in diesem Jahr musste die Jury aus rund 18 000 eingesendeten Aufnahmen von rund 1000 Fotografen aus 40 Ländern auswählen.

Verzichten müssen die Besucher der Schau nicht auf die neuen Glanzlichter 2019. In einem eigenen "Raum im Raum" werden die aktuellen Fotos großflächig über einen Beamer projiziert. Somit werden die Glanzlichter 2019 erstmals museal präsentiert, noch bevor die offizielle Vorstellung im Rahmen der Fürstenfelder Naturfototage stattfindet.

Die Schirmherrin des diesjährigen Wettbewerbs, Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, bringt die Essenz des Wettbewerbs in gewisser Weise auf den Punkt, indem sie schreibt: "Sie (die Glanzlichter) zeigen gleichzeitig aber auch die Zerbrechlichkeit dieser Welt. Die Fotografien sind einmal mehr Ansporn für mehr Klima-, Umwelt- und Naturschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt." red

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