Haßfurt
Wirtschaft

Glänzende Konjunktur des letzten Jahrzehnts weist erste Bremsspuren auf

Robuste Wirtschaft in unsicheren Zeiten: Die seit acht Jahren andauernde Hochkonjunktur setzte sich 2018 weiter fort. Die mainfränkischen Unternehmen sind, wie die IHK Würzburg-Schweinfurt mitteilte, ...
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Robuste Wirtschaft in unsicheren Zeiten: Die seit acht Jahren andauernde Hochkonjunktur setzte sich 2018 weiter fort. Die mainfränkischen Unternehmen sind, wie die IHK Würzburg-Schweinfurt mitteilte, mit der aktuellen Geschäftslage mehr als zufrieden. Die Auftragsbücher sind bestens gefüllt, die Kapazitäten sind nahezu ausgelastet und auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist besser denn je - Rekordbeschäftigung lautet das Stichwort.

Doch bei vielen Unternehmen machen sich zum Jahreswechsel Skepsis und Unsicherheit breit. Sie sehen sich zunehmend mit Risiken und Herausforderungen im nationalen und internationalen Kontext konfrontiert. Die Unternehmen rechnen zwar weiterhin mit guten Geschäften, schrauben aber ihre Erwartungen für die kommenden zwölf Monate nach unten.

Zeichen für weiteres Wachstum

Im Herbst 2018 berichteten noch mehr als neun von zehn mainfränkischen Unternehmen von guten oder zufriedenstellenden Geschäften, nur circa fünf Prozent waren unzufrieden. Jedes fünfte Unternehmen glaubte, die Geschäfte könnten weiter zunehmen. 15 Prozent rechneten für das kommende Jahr mit Einbußen.

Die Zeichen für weiteres Wachstum der Wirtschaft stehen insgesamt gut. Allerdings hat sich die Wachstumsgeschwindigkeit deutlich verlangsamt.

Fachkräftemangel belastet

Die glänzende Konjunktur des letzten Jahrzehnts weist erste Bremsspuren auf: Internationale Handelskonflikte, Krisen in Schwellenländern, die Gefahr eines ungeordneten Brexits und hohe bürokratische Anforderungen wie im Zuge der Datenschutzgrundverordnung sind nur einige Gründe dafür.

Besonders belastend ist der Fachkräftemangel für die mainfränkische Wirtschaft. Dieser gilt für sieben von zehn Unternehmen als Top-Konjunkturrisiko. Zwei Drittel der mainfränkischen Unternehmen können offene Stellen längerfristig nicht besetzen - es gibt schlichtweg keine Bewerber. Dies ist wohl auch ein Grund dafür, dass die heimischen Unternehmen planen, ihre Belegschaftsgröße weitestgehend konstant zu halten. Außerdem stabilisieren sich die Investitionspläne auf hohem Niveau.

Fazit: Der Wirtschaft in Mainfranken geht es zum Jahreswechsel also gut. Wichtige wirtschaftspolitische Themen für das kommende Jahr sind aus Sicht der Unternehmen der Bürokratie-Abbau, Fachkräftesicherung und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

Vor allem aber muss der Bund das deutsche Wirtschaftshaus für die Zukunft wetterfest machen: Mit einer flächendeckenden Verbesserung der digitalen Infrastruktur, Anreizen für eine bessere Forschungsförderung und Senkung der Steuern - insbesondere der Steuersätze für Unternehmen. red

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