Himmelkron

Gingen Naturschützer zu weit?

Eine Baumfällung und die Kritik der BN-Ortsgruppe daran hatten jetzt ein Nachspiel im Gemeinderat.
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Auf einem Grundstück in Himmelkron, das demnächst bebaut werden soll, waren zum Ärger der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz im August dieses Jahres zahlreiche Bäume gefällt worden. Foto: Werner Reißaus
Auf einem Grundstück in Himmelkron, das demnächst bebaut werden soll, waren zum Ärger der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz im August dieses Jahres zahlreiche Bäume gefällt worden. Foto: Werner Reißaus

Gehörig Staub aufgewirbelt hatte vor einiger Zeit ein Schreiben der Himmelkroner Ortsgruppe des Bundes Naturschutz. Vorsitzende Wilhelmine Denk hatte darin die großflächige Abholzung im Bereich der Fichtelgebirgsstraße gegenüber den Anwesen 19 bis 31 außerhalb der dafür vorgesehenen Zeiten angeprangert. Denk kritisierte auch einen Mitarbeiter der Verwaltung, der durch konsequentes Einschreiten eine Abholzung eventuell hätte verhindern können.

Kritik am Umweltausschuss

"Wir fordern eine Wiederaufforstung mindestens der Bäume im Bereich des Biotops und weiter, dass in Zukunft solcher Frevel verhindert wird", hieß es in dem Schreiben. Wilhelmine Denk vermutete zudem, dass der Umweltausschuss nur auf dem Papier existiere, denn bisher seien keine Aktivitäten desselben erkennbar.

Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) nahm seinen Mitarbeiter in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in Schutz. "Das ist schon starker Tobak. Unser Mitarbeiter hat korrekt gehandelt." Dieser sei auf dem Weg zu einem Lehrgang gewesen und habe die Beschwerdeführerin an eine Kollegin verwiesen, "doch zu der wollte sie offensichtlich nicht". Schneider räumte aber ein, dass die Bäume "zum falschen Zeitpunkt" umgesägt wurden, was eine Ordnungswidrigkeit darstelle. Und: "Der Eigentümer ist zu Ersatzpflanzungen verpflichtet."

"Ein aufgeblasenes Ding"

Harald Peetz (CSU) wurde deutlicher: "Für mich hat das einen faden Beigeschmack. Es ist ein aufgeblasenes Ding entstanden, das hätte es nicht gebraucht. Man hat wieder einmal aus nichts einen Elefanten gemacht." Er erwarte eine Entschuldigung beim Mitarbeiter, dem der Gemeinderat für sein Verhalten das einmütige Vertrauen aussprach.

Mit der Aufstellung des Bebauungsplans "Kindergarten- und Mehrgenerationenzentrum" hat der Gemeinderat eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Wie Gerhard Schneider dazu bekanntgab, hat die Gemeinde das dafür vorgesehene Grundstück zwischenzeitlich gekauft. Er wies auf die Schwierigkeiten der Verkehrserschließung und der Oberflächenwasserbeseitigung hin. "Wir müssen uns dieser Problematik stellen. Das ist heute ein starkes Signal nach außen und auch für unsere Familien, dass wir Nägel mit Köpfen machen."

Zustimmung fand das von Annabel Ohla, Managerin der intregrierten ländlichen Entwicklungsachse "Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland", vorgelegte Konzept für das Kernwegenetz im Bereich der Gemeinde Himmelkron. Folgende Gemeindeverbindungsstraßen und öffentliche Wege werden zur Förderung angemeldet: Himmelkron - Neuenmarkt, Ziegelhütte - Michelsreuth, Gössenreuth - Rosengarten, Lindenhof - Lanzendorf, Lanzendorf - Oberlaitsch, Kremitz - Neudorf und Kremitz - Oberlaitsch.

"Die Ile wird immer wichtiger für die Gemeinden. Es geht hier auch um die Förderung von gemeindeübergreifenden und sinnvollen Projekten", sagte Gerhard Schneider.

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