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Giftköder liegen im Kellerwald

Blaue längliche Giftköder beunruhigen seit zwei Wochen vor allem die Hundebesitzer. Die Polizei ermittelt noch, beruhigt aber, nicht in Panik zu verfallen.
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Diese Fotos von den Giftködern hängen im Kellerwald aus. Foto: privat
Diese Fotos von den Giftködern hängen im Kellerwald aus. Foto: privat
Giftköder, die lose am Boden lagen oder in Bockwurststückchen gesteckt im Kellerwald ausgelegt wurden - diese Nachricht ließ Hundebesitzer in den vergangenen zwei Wochen den Atem stocken. "Es traut sich dort kaum jemand mehr mit seinem Hund gehen", sagt Marco Mauser.
Er hat selbst einen Welpen, der noch neugierig ist. Wie jeder andere Hund würde auch das junge Kerlchen einen Bockwurstleckerbissen nicht verschmähen. Nur waren angeblich die Bockwürste im Kellerwald mit Giftködern bespickt.
Von diesen Giftködern hat Mauser Fotos gesehen. Die Giftköder selbst bekam er vor zwei Wochen schon in den Blick. So lange liegt es zurück, dass er zum ersten Mal von Giftködern hörte.


Auch im Garten Gift gefunden

Nachbarn von ihm hatten einen neuen größeren Hund und fanden Hackfleischbällchen in ihrem Garten. Die Hackfleischbällchen waren aber mit blauen Körnern vermischt. Einige Tage später ging Mauser mit seinem Hund im Kellerwald spazieren. Direkt am Waldrand, wo der Rettungsweg vom Annafest führt, sah er ein Häufchen blauer Körner. "Es sah aus wie ein Kuhfladen in leuchtendem Blau", sagt Mauser. Matschig war der Haufen, da es geregnet hatte.
Diesen "Kuhfladen" entsorgte er dann in einem blauen Sack in dem Mülleimer, der in der Nähe stand. Zu Hause angelangt, informierte er die Polizei, die sich darum kümmern wollte. Marco Mauser selbst begann dann besorgt mit einer Internetrecherche.
"Die Körner sahen aus wie Schneckenkorn oder Rattengift", nennt er das Ergebnis der Internetsuche.
Wenige Tage darauf lief er mit seinem Hund auf dem Gelände des ehemaligen Kratzer Steinbruchs hinter der ehemaligen Lebenshilfe spazieren. Auch dort waren zwei Haufen. Und wieder kurze Zeit danach wurden ihm die Bilder von den Bockwurstködern gezeigt, mit einer Warnung an Hundebesitzer versehen.
Seine Schwester Nadine Leiner, die mit ihrem Leonberger-Mischling ebenfalls einen größeren Hund hat und ihren Bruder beim Spaziergang begleitet hatte, ist über diese Sache beunruhigt. "Die Giftköder können auch andere Tiere fressen. Oder Kinder", sagt sie besorgt. "Es gibt überhaupt keinen Grund, der das rechtfertigt. Keine Häufchen und keine freilaufenden Hunde rechtfertigen, dass irgendwelche Leute Giftköder auslegen", sagt Leiner mit Nachdruck.


Polizei weiß Bescheid

Sie weiß, dass viele Menschen nun deswegen Angst haben. Auch der Polizei ist das bekannt. Die Polizeiinspektion Forchheim sagt, dass die Ermittlungen noch laufen. Die sogenannten Giftköder nehme man schon sehr ernst. Doch die Beamten sagen auch, dass man den Ermittlungsergebnissen nicht vorgreifen möchte. Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, wird es dazu eine offizielle Pressemitteilung geben. Das soll in den nächsten Tagen passieren. Wichtig ist der Forchheimer Polizei allerdings auch, den Hundebesitzern den Rat zu geben, sie sollen nicht in Panik verfallen. Man arbeite an dem Fall. Aufpassen sei aber trotzdem nie verkehrt.

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