Unterrodach
unglück 

Giebel von Postscheune eingestürzt

Ein etwas stärkerer Wind war offenbar zu viel für Teile einer für den Abriss vorgesehenen Scheune in Unterrodach: Dass niemand verletzt wurde, hatte aber auch mit viel Glück zu tun.
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Schon kurze Zeit nach dem Einsturz der Scheune begannen Mitarbeiter der Firma Dennewill sowie des Gemeindebauhofs damit, das Baugerüst aus den Trümmern zu bergen.  Foto: Marian Hamacher
Schon kurze Zeit nach dem Einsturz der Scheune begannen Mitarbeiter der Firma Dennewill sowie des Gemeindebauhofs damit, das Baugerüst aus den Trümmern zu bergen. Foto: Marian Hamacher
Ihr Ende stand längst fest: Es war beschlossene Sache, dass die 1824 errichtete Postscheune in der Hauptstraße den gerade begonnenen Monat nicht überdauern sollte. "Sobald die Witterung es zugelassen hätte, wäre mit den Abrissarbeiten begonnen worden", sagte Eigentümerin Angelika Rogler. "Aber leider hat es die vergangenen Tage ja sehr oft geregnet, sodass es nicht möglich war."
Den Abrisstermin hat das Gebäude nun selbst bestimmt: Um 12.53 Uhr stürzten gestern Teile des Giebels auf die Fassadenseite. Zu Fall kam dabei auch ein Gerüst, das an der Scheune angebracht war. "Weil die Scheune akut einsturzgefährdet war, habe ich sie absichern lassen. Ich wollte Sicherheit herstellen. Mehr kann man nicht machen", sagte Rogler noch spürbar aufgeregt. Ihr sei klar gewesen, dass die Postscheune nicht weitere 20 oder 25 Jahre lang stehen werde, "aber in dem Moment war ich freilich geschockt". Sie vermutet, dass der am Dienstag etwas stärker blasende Wind letztlich ausschlaggebend war.
Zuerst vor Ort waren nach Angaben der Polizei Mitarbeiter des Gemeindebauhofes, die zum Zeitpunkt des Einsturzes in der Nähe waren und sofort die Straße sperrten. Diese Aufgabe übernahm kurze Zeit später die Polizeiinspektion Kronach, die mit drei Streifenwagen vor Ort war. Geöffnet wurde die Hauptstraße erst wieder, als die Baufirma die noch einsturzgefährdeten oberen Bereiche des Dachgiebels abgetragen hatte.


Schulbus fuhr kurz zuvor vorbei

Der zur Sicherheit hinzugerufene Rettungswagen wurde nicht benötigt. "Zum Zeitpunkt des Einsturzes wurden an dem Gebäude keine Arbeiten durchgeführt und es ging oder fuhr glücklicherweise auch niemand durch die Hauptstraße", erklärte Polizeioberkommissar Stefan Luthardt. Denn die Insassen eines Schulbusses schienen das sprichwörtliche Glück im Unglück zu haben. "Die Kinder stiegen gerade aus, als das Ding einkrachte", sagte Gerhard Wich-Heiter von der Bauverwaltung des Marktes Marktrodach. Nur wenige Sekunden bevor das Fahrzeug die rund 30 Meter entfernte Haltestelle erreichte, sei es noch an der Scheune vorbeigefahren.
Da die Scheune ohnehin abgerissen werden sollte, geht die Polizei von einem - für die Art des Vorfalls - eher geringen Sachschaden aus. Das umgestürzte Baugerüst traf auf seinem Weg in Richtung Erdboden ein gegenüberstehendes Wohnhaus. Die sichtbare Folge: eine zersplitterte Fensterscheibe im ersten Stock. "Noch steht nicht fest, was an dem Haus sonst noch kaputt ist. Vielleicht ist auch die Fassade etwas angekratzt", sagte Luthardt, der den Schaden daher vorläufig auf rund 1000 Euro schätzte.
Die gleiche Summe komme womöglich noch einmal für das Gerüst hinzu. Die Marktrodacher Firma Dennewill, die das Gerüst aufstellte und es gleich nach dem Einsturz aus den Trümmern barg, möchte noch keine Vermutung anstellen, inwieweit es noch einsetzbar sein wird. Die eigentlichen Abrissarbeiten sollen nun zeitnah erfolgen. Die Postscheune sei schon immer im Familienbesitz gewesen und soll es auch weiterhin bleiben - jedenfalls das Grundstück. Was damit genau passieren wird, wisse sie noch nicht, sagte Rogler. Die Rentnerin ist nur froh, dass sich bei dem unfreiwillig vorgezogenen Einsturz niemand verletzte.
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