Herzogenaurach
herzogenaurach.inFranken.de  Die Baugenossenschaft "Eintracht" sorgt seit 100 Jahren für bezahlbaren Wohnraum.

Gewinnmaximierung muss nicht sein

Große silberne Luftballons mit der Zahl 100 zeigten an, was gefeiert wurde. Die Mitglieder der Herzogenauracher Baugenossenschaft "Eintracht" begingen im Saal des Turnerheims mit zahlreichen Gästen di...
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Zahlreiche Mieter wurden für 50 Jahre Wohnen bei der "Eintracht" geehrt. Foto: Manfred Welker
Zahlreiche Mieter wurden für 50 Jahre Wohnen bei der "Eintracht" geehrt. Foto: Manfred Welker

Große silberne Luftballons mit der Zahl 100 zeigten an, was gefeiert wurde. Die Mitglieder der Herzogenauracher Baugenossenschaft "Eintracht" begingen im Saal des Turnerheims mit zahlreichen Gästen dieses Jubiläum. Clemens Welker, Aufsichtsratsvorsitzender, begrüßte die anwesenden Mitglieder mit den Worten: "Sie sind die, die immer ihre Mieten pünktlich bezahlen, so dass wir gut dastehen!" Anwesend war auch Paul Wittmann, Vorstand der zweiten Baugenossenschaft, die in Herzogenaurach aktiv ist, der Eigenheim e.G.

In ihrem Grußwort stellte Ulrike Paulick, Vorstandsmitglied der "Eintracht", fest, dass der Gedanke "Hilfe zur Selbsthilfe" die Gründung angestoßen hatte. In ihrem Ausblick war sie sich sicher, dass die "Eintracht" für die Anforderungen des Wohnungsmarktes unserer Zeit gut gerüstet sei. Die Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte würden sich auch in Zukunft für die Mitglieder einsetzen. Durch genossenschaftliches Denken könnten Gebäude und Wohnungen in bedarfsgerechtem Zustand erhalten werden. Sowohl die Sanierung von bestehendem Wohnraum als auch die Planung von Neubauten stünden in Zukunft auf der Agenda. "Die genossenschaftliche Organisation hat sich bewährt und wird auch in Zukunft Bestand haben", so Paulick.

Grußworte kamen von Bürgermeister German Hacker (SPD), der das Genossenschaftsmodell als "unangreifbar" bezeichnete, das aus diesem Grund in Herzogenaurach auch 100 Jahre überdauern konnte. Für Landrat Alexander Tritthart (CSU) stand im Vordergrund, dass im wirtschaftlich attraktiven Landkreis Erlangen-Höchstadt vor allem bezahlbarer Wohnraum für junge Familien gesucht sei.

Stefan Roth vom VdW Bayern, Verband Deutscher Wohnungsunternehmen, (Baugenossenschaften und -gesellschaften) erinnerte die Mitglieder daran, dass es "ihre" Genossenschaft sei. Darauf weise auch der Name hin, den sich die Gründer auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 22. September 1918, gegeben hätten, nämlich "Eintracht", nomen est omen. Die Lebensdauer der Baugenossenschaft "Eintracht" beweise, daß eine derartige Gemeinschaft lebensfähig sei, solange sie von Menschen "beseelt" werde. In Bayern gebe es rund 370 Wohnungsgenossenschaften, die "Eintracht" sei darunter eine gutes Vorbild. Denn im Unterschied zu großen Bauträgern würden Erträge bzw. Mieten bei Baugenossenschaften reinvestiert und dienten nicht der Gewinnmaximierung. Mit dem Appell: "Bewahren sie sich ihre Eintracht, nur so kann ihr Unternehmen bestehen", beendete Roth seine Gedanken zur Baugenossenschaft.

Ein Zeichen für das Erfolgsmodell ist es auch, dass zahlreiche Mieter bereits seit 50 Jahren bei der Eintracht wohnen. Durch Ulrike Paulick und Paul Wewetzer wurden die Anwesenden für ihre Wohntreue besonders geehrt: die Ehepaare Bögelein und Lorenz, Eichelmühlgasse, Gumbrecht, Kellergasse, Hauenstein, Veit-Stoß-Straße, Herbig, Egerländerstraße, Jentsch, Hans-Sachs-Straße, Scarciolla, Ringstraße. Außerdem Frau Lechner, Kellergasse, Frau Micheel, Peter-Vischer-Straße, Frau Schmidt, Egerländerstraße und Frau Trusch, Egerländerstraße.

Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte das Theater "Tausendkunst" in Gestalt von Cornelia Schmid, Gesang, mit Unterstützung von Peter Willert am Piano, mit Musikbeiträge der jeweiligen Jahrzehnte von den 1920ern bis in die Jetztzeit.

Viele der Anwesenden gingen bei den Stücken "Ich bin die fesche Lola" und "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" von Marlene Dietrich, aber auch "Que Sera, Sera" von Doris Day oder "Kein Schwein ruft mich an" von Max Raabe mit. Anschließend gab es ein reichhaltiges kaltes und warmes Büfett. Die Anwesenden nahmen die Gelegenheit an diesem Abend wahr, sich mit Nachbarn und weiteren Genossen der "Eintracht" über ihre persönlichen Erfahrungen auszutauschen. Manfred Welker

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