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LKR Erlangen-Höchstadt
Frauentag

Gewerkschaft kritisiert Lohnlücke

Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den Kürzeren: Frauen, die im Landkreis Erlangen-Höchstadt eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 800 Euro weniger im Monat als ihre männlichen...
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Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den Kürzeren: Frauen, die im Landkreis Erlangen-Höchstadt eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 800 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Internationalen Frauentag am vergangenen Sonntag, 8. März, hingewiesen. Die NGG beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen im Kreis Erlangen-Höchstadt bei 3563 Euro im Monat - Männer mit der gleichen Arbeitszeit kommen auf 4350 Euro. Das macht einen Unterschied von 18 Prozent.

Mini-Renten sind die Folge

"Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngefälle aus, obwohl sie mehr zahlen müssten", kritisiert Regina Schleser von der NGG-Region Nürnberg-Fürth in einer Pressemitteilung. Besonders problematisch sei die Situation in frauendominierten Berufen - etwa im Service einer Gaststätte oder im Verkauf einer Bäckerei. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, träfen niedrige Löhne häufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. "Die Folge sind geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die Frauen dann beim Amt aufstocken müssen", so Schleser.

Probleme im Gastgewerbe

Nach Einschätzung der Gewerkschafterin dürfte der tatsächliche "Gender Pay Gap", die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, im Landkreis Erlangen-Höchstadt bei deutlich über 18 Prozent liegen. "Bezieht man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung ein, wird die Kluft noch größer. Denn hier arbeiten mehr Frauen als Männer. Zugleich sind die Löhne im Schnitt deutlich niedriger", sagt die NGG-Geschäftsführerin. Das zeige sich gerade im Gastgewerbe: Nach Angaben der Arbeitsagentur werden im Kreis aktuell 66 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in der Branche von Frauen erledigt.

Frauen als Fachkräfte

"Hinzu kommt, dass noch immer zu viele Frauen zu Hause bleiben - nicht zuletzt auch, weil das Ehegatten-Splitting bei der Steuer die Rollenteilung verstärkt", stellt Schleser fest. Damit gehe dem heimischen Arbeitsmarkt eine große Chance durch die Lappen. Mit Blick auf die Alterung der Gesellschaft und den Fachkräftemangel müssten eigentlich schon heute viel mehr Frauen ins Berufsleben einsteigen.

Die NGG fordert die Unternehmen auf, die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. "Statt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag brauchen wir einen gesetzlichen Anspruch auf gleiches Geld für gleichwertige Arbeit, der Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt werden muss. Alles andere ist im Jahr 2020 von vorgestern", erklärt Regina Schleser. red