LKR Erlangen-Höchstadt
Tarifverhandlungen

Gewerkschaft fordert Reinigungskräfte zum Protest auf

Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf: Einem Großteil der rund 550 Reinigungskräfte im Kreis Erlangen-Höchstadt drohen ab sofort massive Einbußen. Das berichtet die Gebäudereini...
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Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf: Einem Großteil der rund 550 Reinigungskräfte im Kreis Erlangen-Höchstadt drohen ab sofort massive Einbußen. Das berichtet die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG Bau - und ruft die Beschäftigten dazu auf, die Einschnitte nicht hinzunehmen. "Aktuell legen viele Chefs ihren Mitarbeitern neue Arbeitsverträge zu deutlich schlechteren Konditionen vor. Die sollte keiner unterschreiben", warnt Iris Santoro von der IG Bau Mittelfranken. Sollten die Arbeitgeber bei dieser Praxis bleiben und die anstehenden Tarifverhandlungen blockieren, dürfte die Reinigungsbranche einen heißen Sommer erleben. "Auch im Kreis Erlangen-Höchstadt könnten dann Schulen, Büros und Krankenhäuser schmutzig bleiben", so Santoro. Die Friedenspflicht lief Ende Juli aus.

Zum Hintergrund: Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks hat den Rahmentarifvertrag für die Branche zum 31. Juli gekündigt. Bevor Gewerkschaft und Arbeitgeber am 15. August über einen neuen Vertrag verhandeln, sollen nach Beobachtung der IG Bau die Standards gedrückt werden. "Statt bisher 28 oder 30 Tagen Urlaub sollen Beschäftigte jetzt das gesetzliche Minimum von 20 Tagen hinnehmen. Zuschläge für Überstunden oder besondere Aufgaben wie etwa die OP-Reinigung werden in den neuen Arbeitsverträgen eingekürzt oder ganz gestrichen", berichtet Santoro. Besonders brisant: Geht es nach dem Willen einiger Firmen, dann sollen Beschäftigte, die bislang feste Arbeitszeiten hatten, künftig auf Abruf arbeiten. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen", kritisiert die IG Bau.

Sollte die Tarifrunde am 15. August erneut keinen Durchbruch bringen, müssen Firmen und Kunden nach Angaben der Gewerkschaft mit Arbeitsniederlegungen auch im Kreis Erlangen-Höchstadt rechnen. red

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