Himmelkron
IG Metall

Gewerkschaft fordert mehr Mitsprache

Die IG Metall Ostoberfranken ruft Unternehmen und Politik in der Region auf, den anstehenden industriellen Wandel durch mehr Mitsprache und soziale Sicherung der Beschäftigten zu flankieren. "Viele Me...
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Die IG Metall Ostoberfranken ruft Unternehmen und Politik in der Region auf, den anstehenden industriellen Wandel durch mehr Mitsprache und soziale Sicherung der Beschäftigten zu flankieren. "Viele Menschen sorgen sich um ihre Arbeitsplätze und ihre Zukunft. Gleichzeitig fühlen sie sich von der Politik ignoriert", sagte der Bevollmächtigte Volker Seidel bei einer Delegiertenversammlung der IG Metall Ostoberfranken in Himmelkron.

Die vierte industrielle Revolution werde die Arbeitswelt umwälzen. "Dieser Wandel kann die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Ein Schlüssel dafür wird sein, die Beschäftigten über die Veränderungen mitentscheiden zu lassen", so Seidel. Verheerende Folgen jedoch könnte der Wandel für die Beschäftigten haben, wenn es allein nach den Vorstellungen der Arbeitgeber gehe. Daher die Forderung: "Die Beschäftigten sollen an den Entscheidungsprozessen in ihren Betrieben teilhaben, sie sollen an der Gestaltung ihrer Arbeits- und Lebensverhältnisse beteiligt werden." Dies sei auch ein gesellschaftspolitischer Ansatz, um der Ohnmacht und Verdrossenheit der Menschen entgegenzuwirken und die Demokratie zu beleben.

Tarifbindung ausweiten

Neben mehr betrieblicher Mitbestimmung sprach sich Seidel auch für eine Ausweitung der Tarifbindung aus. "Wir brauchen wieder einen Diskurs darüber, wie gute Arbeit bei uns in Oberfranken definiert wird."

Die IG Metall erwartet durch die Digitalisierung große Produktivitätsfortschritte, die nicht allein als Profite in die Taschen der Unternehmen wandern dürfen. Seidel: "Sehr viele Arbeitsplätze drohen verloren zu gehen, prekäre Beschäftigung und Niedriglöhne könnten noch einmal stark zunehmen. Wir brauchen mehr soziale Sicherheit als Gegenpol zu diesen Unsicherheiten und zur eingeforderten Flexibilität."

Gestärkt wird die IG Metall in Ostoberfranken durch eine positive Mitgliederentwicklung. Anfang 2019 lag die Zahl der betriebsangehörigen Mitglieder bei 6941 (plus 219). Gestiegen sind insbesondere die Mitgliederzahlen bei den Jugendlichen auf 943 (plus 34) und bei den Angestellten auf 991 (plus 43).

Für die rund 100 000 Beschäftigten in der Textilindustrie hat die IG Metall einen Tarifabschluss durchsetzen können. "Die Aktionen und Warnstreiks auch in Oberfranken haben Wirkung gezeigt", so der stellvertretende Geschäftsführer Stefan Winnerlein. "Wir konnten mehr Geld und eine bessere Altersteilzeit durchsetzen", sagte er. red



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