Forchheim
Wirtschaftsleben

Gewerbeverband baut in Forchheim eine Azubi-Akademie auf

Ekkehard Roepert Der Bund der Selbständigen (BDS) belegt, wie lange die Idee des Netzwerkens schon funktioniert. Denn diesen Gewerbeverband gibt es in Bayern seit 1874. Jetzt wollen die Netzwerker des...
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Sie wollen der verlängerte Arm der Forchheimer Wirtschaftsförderung sein: die BDS-Aktivisten Frank Bernard, Melanie Ebert und Dirk van Elk (von links).  Foto: Ekkehard Roepert
Sie wollen der verlängerte Arm der Forchheimer Wirtschaftsförderung sein: die BDS-Aktivisten Frank Bernard, Melanie Ebert und Dirk van Elk (von links). Foto: Ekkehard Roepert

Ekkehard Roepert Der Bund der Selbständigen (BDS) belegt, wie lange die Idee des Netzwerkens schon funktioniert. Denn diesen Gewerbeverband gibt es in Bayern seit 1874. Jetzt wollen die Netzwerker des BDS auch im Raum Forchheim eine Schippe drauflegen. 30 Mitglieder gebe es in der Region zwar schon, aber der Ortsverband müsse "aus seinem Schlaf geweckt" werden, sagt Dirk van Elk, der BDS-Projektleiter.

Daher wird nun die Unternehmerin Melanie Ebert den Vorsitz im Forchheimer Ortsverband übernehmen. Sie lebt in Hallerndorf und arbeitet als Coach für Führungskräfte. "Mein Ziel ist es, den Ortsverband Forchheim wieder aufleben zu lassen", sagt Melanie Ebert.

Als parteineutral, branchenübergreifend und unabhängig schildert Dirk van Elk seine Organisation. Sie bestehe aus zwei Teilen, einem Netzwerk der Unternehmen und Selbstständigen sowie aus einem Dienstleistungsangebot. Dirk van Elk ist für die Service-Gesellschaft zuständig, Frank Bernard für die Verbandsarbeit in Unter- und Oberfranken.

Bei seiner Auftaktveranstaltung (gemeinsam mit der Volksbank am 26. November im Saal der Volksbank) will der Gewerbeverband den nächsten großen Schritt gehen - und neue Mitglieder im Raum Forchheim gewinnen.

Die 31. Akademie

In diesem Zusammenhang dankte der BDS-Projektleiter dem Forchheimer Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) für seine Unterstützung. Wie Kirschstein gestern betonte, habe Dirk van Elk ihm die Idee des Gewerbeverbandes erst nahe gebracht. Zwar werde die Stadt Forchheim dort nicht Mitglied werden, weil sie kein selbstständiges Unternehmen sei; aber die Stadt sei daran interessiert, ihre Wirtschaftsförderung "über den BDS weiter zu verzahnen - wir sind froh über jeden, der ein Netzwerk anbietet".

Der mit rund 15 000 Mitgliedern in rund 350 bayerischen Ortsverbänden organisierte BDS wirbt mit Vorträgen (etwa 2500 pro Jahr), mit Beratungen und mit Serviceleistungen wie Fachkräftetraining oder alternative Finanzierungen.

Zu den gefragten Serviceangeboten gehören die Azubi-Akademien: 30 solcher Akademien gebe es bereits in Bayern; in Forchheim soll die nächste entstehen, sagt Frank Bernard. Das Angebot funktioniere innerhalb des Verbandes kostenfrei: Die Unternehmer schicken ihre Azubis und sorgen für die Seminare. Das Angebot sei "begleitend zur Berufsschule", erläutert Frank Bernard. Bis zu zehn Mal pro Jahr kämen die Azubis zusammen, um Fähigkeiten wie Büro- und Zeitmanagement zu erlernen; oder wie man erfolgreich am Telefon verhandelt.

Dirk van Elk betont, dass Akademie-Azubis am Ende der Ausbildung nachweislich bessere Noten hätten als die anderen Azubis ihres Jahrgangs.

"Wir schulen jährlich über 1000 Azubis", sagt Frank Bernard. Und Dirk van Elk hebt hervor, dass in den Reihen des BDS auch namhafte Politiker wie Ilse Aigner stünden.

Was beispielsweise das Thema Bürokratieabbau betreffe, sei der BDS auch als politische Interessensvertretung aktiv. Der unabhängige Verband verdanke seine Wirksamkeit auch seiner Größe, sagt Dirk van Elk: "Wir kriegen alle Politiker an den Tisch."



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