Betrifft: Berichterstattung über Schützenvereine und Kinder, die in Schützenvereinen Zugang zu Waffen haben:

Es ist gerade in der heutigen Zeit sehr verwunderlich, wenn eine Zeitung einem Schützenverein fast eine ganze Seite widmet. um sich darzustellen, wie gut sie schießen können.
Diesmal ging es über die Schützengesellschaft Münnerstadt. Der Grund, warum ich hierzu einen Leserbrief schreibe, ist die Freude des Sportreferenten der Schützen darüber, dass nach der Modernisierung Lichtgewehre eingesetzt werden können und somit auch Kinder unter zwölf Jahren an diesen Sport herangeführt werden können.
Des Weiteren freut sich die Schützenkönigin dann auch noch darüber, dass ihr Sohn Jugendkönig geworden ist.
Dies ist kein Sport, sondern das gefährliche Hantieren für Kinder mit Waffen.
Was haben Kinder unter zwölf Jahren und auch älter überhaupt mit einer Waffe zu hantieren.
Was sind es nur für Eltern, die ihrem Kind erlauben, mit einer Waffe zu schießen. Bei fast allen Amokläufen oder nur der Lust, mit Waffen auf Menschen zu schießen, waren die Täter in einem Schützenverein oder hatten Zugang zu Waffen im Haus.
Gerade der Amoklauf in Amerika, bei dem 59 Menschen getötet wurden, zeigt, dass an den Waffengesetzen und deren Einhaltung in Deutschland dringend Änderungen angesagt sind.
Leider kann man Schützenvereinen- und Gesellschaften ihre Anlagen derzeit noch nicht verbieten, weil wohl die Lobby zu hoch ist oder man die Gefahr zu niedrig einstuft.
Aber die Zeitungen könnten ein Zeichen setzen, indem sie so werbewirksam nicht mehr darüber berichten.
Franz-Peter Potratzki,
Bad Kissingen