Bad Kissingen
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Gesund werden im Wald

Eigentlich wissen wir es ja schon lange, aber der Ökomediziner Dr. Arnulf Hartl konnte es in seinem Vortrag anschaulich und wissenschaftlich belegen: Bewegung und die Natur tun uns allen gut. In der K...
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Sind von der gesunden Wirkung des Waldes überzeugt (von links): Claus Schenk (Biosphärenreservat und Naturpark Bayerische Rhön), Elisabeth Assmann (Bund Naturschutz), Referent Dr. Arnulf Hartl, Dr. Joachim Galuska (Gründer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld Kliniken), Anita Schmitt (Akademie Heiligenfeld)  Foto: Ingo Queck
Sind von der gesunden Wirkung des Waldes überzeugt (von links): Claus Schenk (Biosphärenreservat und Naturpark Bayerische Rhön), Elisabeth Assmann (Bund Naturschutz), Referent Dr. Arnulf Hartl, Dr. Joachim Galuska (Gründer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld Kliniken), Anita Schmitt (Akademie Heiligenfeld) Foto: Ingo Queck

Eigentlich wissen wir es ja schon lange, aber der Ökomediziner Dr. Arnulf Hartl konnte es in seinem Vortrag anschaulich und wissenschaftlich belegen: Bewegung und die Natur tun uns allen gut.

In der Kooperationsveranstaltung des Bundes Naturschutz (BN), Kreisgruppe Bad Kissingen, der Akademie Heiligenfeld GmbH sowie des Naturparks und Biosphärenreservat Bayerische Rhön setzte der Leiter des Instituts Ökomedizin aus Salzburg den Schwerpunkt auf Bewegung in freier Natur (Green exercise). Er stellte Untersuchungen zum Einsatz von natürlichen Gesundheitsressourcen bei der Behandlung und Vorbeugung von Zivilisationserkrankungen vor.

Die Leiterin der Akademie Heiligenfeld, Anita Schmitt, freute sich über die vielen Zuhörer und lobte die Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz und dem Biosphärenreservat. Dr. Joachim Galuska, Gründer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld Kliniken, lobte die neue Fachrichtung Greencare, die neben dem Kontakt und der Verbundenheit zur Natur auch Bewegung und Arbeit in der Natur als Heilmittel ansieht.

Elisabeth Assmann vom Bund Naturschutz moderierte die Veranstaltung und wies auf die Unzahl an Zeitschriften hin, die schon im Titel mit Natur, Liebe und Lust werben. Die Sehnsucht nach Heimat vor allem in der intakten Natur sei überall zu finden. Dem widerspräche aber, dass immer mehr Menschen in der Stadt lebten und immer weniger Kontakt und Kenntnis über die Natur hätten.

Hartl sieht in dem hohen Anteil von Wald und Natur im Bäderlandkreis Bad Kissingen eine Chance für tragfähige, zukunftsträchtige Gesundheitsprojekte. Erstmals in der Geschichte der Menschheit lebe mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Dies führe zu einer zunehmenden Entfremdung von der natürlichen Umwelt. Die Urbanisierung verändere den Lebensstil. Bewegungsarmut, Lärm und geänderte Essgewohnheiten führen zu Zivilisationskrankheiten wie Herzerkrankungen, Diabetes, mentale Probleme und Rückenbeschwerden.

Dann stellte er den Wald als heilsamen Naturraum und Beispiele aus Japan vor. Dort ist das sogenannte Waldbaden ein Eckpfeiler der staatlichen Gesundheitsfürsorge. Der Immunologe verwies aber auf den noch hohen wissenschaftlichen Forschungsbedarf.

Auf Interesse stieß auch die Forschungsarbeit seines 2015 gegründeten Institutes für Ökomedizin in Salzburg: Es wird untersucht, inwiefern physische und psychische Leiden durch anstrengendes Bergwandern und anschließendes Thermalbaden gelindert werden können. Kurz ging Hartl auch auf die Wirkung von Heilwässern ein.

Als Mitglied der Arbeitsgruppe "sustainable tourism (nachhaltiger Tourismus)" der Alpenkonvention will Hartl auch in Zukunft noch wertvolle Anregungen für den Bereich Gesundheitstourismus liefern. Zum Thema "Gesundheitspotential Wald" gebe es am 6. und 7. November sogar einen Kongress. Nach dem Vortrag konnten sich die Zuhörer bei einem Imbiss untereinander und mit dem Referenten austauschen. hae

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