Hemhofen

Gesucht wird der Friedhof 2050

Die sinkende Zahl von Erdbestattungen stellt auch die Gemeinde Hemhofen vor Herausforderungen.
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Auch auf dem Hemhofener Friedhof werden die freien Flächen größer. Dadurch steigt der Pflegeaufwand für die Gemeinde. Foto: Thomas Schöbel
Auch auf dem Hemhofener Friedhof werden die freien Flächen größer. Dadurch steigt der Pflegeaufwand für die Gemeinde. Foto: Thomas Schöbel

Überall in Deutschland wird der Wandel in der Bestattungskultur sichtbar: Menschen wählen neue Grabvarianten oder verlassen den Friedhof ganz zugunsten alternativer Angebote wie Bestattungswäldern oder Seebestattungen. Für die einen ist ein naturnahes Begräbnis Ausdruck ihrer Individualität, andere suchen gezielt nach pflegefreien Grabstätten. Die Zahl der Urnenbegräbnisse steigt auch im ländlichen Raum stark an - im deutschen Durchschnitt liegt die Quote der Urnenbestattungen bereits bei rund 70 Prozent. Die Konsequenz: Auf Friedhöfen bleiben immer größere Bereiche leer - eine Herausforderung für die Friedhofsverwaltungen, auch in Hemhofen und Zeckern.

Hilfe von Fachfirma

Deshalb beschloss der Gemeinderat, das Thema aufzunehmen; Verwaltung und Politik wollen die notwendigen Veränderungen in den kommenden Jahren Stück für Stück angehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit der Auftaktveranstaltung wurde die Freiburger Firma Weiher beauftragt, die rund 30 Jahre Erfahrung im Friedhofs- und Bestattungswesen mitbringt. Vor kurzem kam das bundesweit agierende Fachunternehmen für einen ganztägigen Strategietag mit Workshop nach Hemhofen, um gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort die Grundlagen für ein Zukunftskonzept zu entwickeln. Gefragt waren die Visionen für die "Friedhöfe 2050".

Hemhofen hat neben dem Wandel der Bestattungsformen noch eine weitere Aufgabe zu lösen: Große Teilflächen mit schwierigen Bodenverhältnissen sind für die Sargbestattung nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zugelassen. So laufen diese Fläche langsam leer, immer mehr Lücken entstehen, das Gesamtbild leidet, Pflegeaufwand und -kosten steigen für die Gemeinde an. Diese Entwicklung soll gebremst und gesteuert werden.

Im Anschluss an eine Friedhofsbegehung spannten die Freiburger Experten Stefan Lubowitzki und Elke Chmella-Emrich mit Kurzvorträgen einen weiten Bogen von Themen der aktuellen Friedhofstrends über Fragen der Gestaltung, der Barrierefreiheit und der Wirtschaftlichkeit bis hin zu zeitgemäßen und bürgerfreundlichen Bestattungsvarianten. Auf der Basis der vom Kompetenzteam der Firma Weiher gesetzten Impulse entwickelten die Workshop-Teilnehmer ihre Wünsche und Anforderungen an die "Friedhöfe Hemhofen und Zeckern 2050".

Im nächsten Schritt wird eine Masterplanung, die sogenannte Friedhofskonzeption, zu erarbeiten sein, die auf den Workshop-Ergebnissen aufbaut. Diese Konzeption wird den Rahmen für die weitere Entwicklung der beiden Friedhöfe bilden, so dass die Verwaltung zukünftig flexibel und zeitnah auf die Entwicklung der Nachfrage reagieren und bürgernah die Gestaltung ihrer Friedhöfe vorantreiben kann. red

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