Sterpersdorf

"Gesehen, geliebt, gekauft"

Das Ehepaar Hemmerlein hat wieder Leben in die Sterpersdorfer Mühle gebracht. Nur der Holzwurm macht Sorgen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eva Hemmerlein-Hubmann und Bernhard Hemmerlein genießen das Leben in der Sterpersdorfer Mühle.  Fotos: Andreas Dorsch
Eva Hemmerlein-Hubmann und Bernhard Hemmerlein genießen das Leben in der Sterpersdorfer Mühle. Fotos: Andreas Dorsch
+2 Bilder

Andreas Dorsch Im Jahr 1348 wurde die Sterpersdorfer Mühle erstmals urkundlich erwähnt. Damals präsentierte sich das Mühlenanwesen aber noch nicht in der heutigen Form. Die bekam es in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seit Mai 2018 wird nach einem Eigentümerwechsel dem Anwesen wieder Leben eingehaucht.

Eva Hemmerlein-Hubmann und Bernhard Hemmerlein haben die Sterpersdorfer Mühle von der Familie Rabe erworben, die zuvor 27 Jahre hier residierte. Die Hemmerleins steckten inzwischen viel Arbeit in das denkmalgeschützte Ensemble und tun es weiter mit großer Begeisterung. Im Internet waren sie auf die Mühle aufmerksam geworden und dann: "gesehen, geliebt, gekauft", sagt Eva Hemmerlein-Hubmann.

Ingenieur Bernhard Hemmerlein, der in Neunkirchen ein Büro für Bauwesen betreibt, hat Ruhe und Betätigung weg vom Alltagsstress gesucht und diese in Sterpersdorf gefunden. Die neuen Mühlenbesitzer schwärmen von dem "tollen Anwesen und der guten Nachbarschaft".

Zu dem unter Schutz stehenden Mühlenanwesen gehört aber nicht nur das stattliche Haupthaus, sondern auch der Mühlgraben und einige Nebengebäude. Darunter die alte Sägemühle mit Stall, ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Dieses Gebäude, das die Hemmerleins mit dem Einbau einer kleinen Wohnung wieder nutzen möchten, ist das Sorgenkind auf dem Gelände.

Der Holzwurm hat fast alle Balken des Fachwerks schon so zerfressen, dass sie nach Ansicht von Denkmalexperten nicht mehr zu retten sind. In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege wird derzeit nach einer Lösung gesucht. Abriss und Ersatzneubau oder Sanierung.

Die Hemmerleins haben auf dem Gelände noch viel vor. In den Umlaufgraben wird eine Fischtreppe eingebaut und das große, schon länger stehende Mühlrad soll wieder zum Klappern gebracht und damit auch Strom erzeugt werden. Nicht in Frage kommt für sie Gastronomiebetrieb auf dem Mühlenanwesen. Noch Handlungsbedarf gibt es bei der Hochwassersituation. Nach bereits dreimal Hochwasser im Hof müsste laut Hemmerlein der Abfluss des Umlaufgrabens und der Aisch verbessert werden.

Bei der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landratsamt hat die Sterpersdorfer Mühle einen besonderen Stellenwert. "Sie zählt zu den stattlichsten und am vollständigsten erhaltenen Mühlen im ganzen Aischgrund", sagt Landratsamt-Pressesprecherin Hannah Reuter-Özer.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren