Forchheim
Archäologie

Geschichte wird erlebbar

Drei Skelette, haufenweise Münzen und Haken, Perlen, Kämme, Keramiken, Würfel, Feuerstellen und Tierknochen. Die Grabungen am Rathaus hatten "viele spannende Funde" an die Erdoberfläche gebracht, so P...
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Drei Skelette, haufenweise Münzen und Haken, Perlen, Kämme, Keramiken, Würfel, Feuerstellen und Tierknochen. Die Grabungen am Rathaus hatten "viele spannende Funde" an die Erdoberfläche gebracht, so Pia Rotgeri-Nunnemann, die zuständige Sachbearbeiterin in der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Zwölf Mitarbeiter der Grabungsfirma ReVe hatten sich bis zu 3,20 Meter tief in die Erde gearbeitet. Von den Skeletten abgesehen, gehören die Funde der Stadt. Die Skelette werden in der Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie in München archiviert. Zeitlich in etwa zuzuordnen sind bislang nur die Funde der sogenannten Kruselerpuppen (1350-1450), einiger Münzen (15. Jahrhunderts) und Keramik-Stücke.

Am Streckerplatz, wo seit Juli der neue Sitzungssaal des Landratsamtes hochgezogen werden sollte, sind Funde aus dem frühen Mittelalter aufgetaucht. Direkt unter der Erdoberfläche war nur "störendes Material" gefunden worden. Darunter aber lag eine spätmittelalterliche Schicht, in der Pfostenlöcher auf eine landwirtschaftliche Nutzung im 13. bis 15. Jahrhundert hinwiesen. Noch eine Schicht tiefer, im "roten Sand", fanden sich Keramikscherben aus dem frühen 9. Jahrhundert. "Wir haben ein Stück frühes Forchheim gefunden, das außerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung liegt", sagt Rotgeri-Nunnemann.

Bei den Ausgrabungen auf dem Gelände der ehemaligen Firma Slosorz sind die Archäologen auf Reste der Forchheimer Bastion gestoßen. Im Abraum vor der so genannten Eskarpemauer wurde eine Tafel mit den Initialen P. R. und der Jahreszahl 1661/62 gefunden. Die Buchstaben weisen auf Philipp Valentin Voit von Rieneck hin, der von 1653 bis 1672 Bischof von Bamberg war und wohl den Auftrag gegeben hatte, die St.-Henrici-Bastion zu erneuern. JH



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