Neustadt bei Coburg

Geschichte der Schule wird lebendig

Die "Timeline", eine analog und digital gestaltete besondere Chronik, macht die Vergangenheit des Arnold-Gymnasiums in Neustadt erlebbar.
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Die "Timeline" lädt die Besucher auch dazu ein, in alten Fotos der Abiturjahrgänge des Arnold-Gymnasiums zu stöbern und zu rätseln, wer hier abgebildet ist. Fotos: Martin Rebhan
Die "Timeline" lädt die Besucher auch dazu ein, in alten Fotos der Abiturjahrgänge des Arnold-Gymnasiums zu stöbern und zu rätseln, wer hier abgebildet ist. Fotos: Martin Rebhan
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Chroniken haben den Anstrich, verstaubt zu sein und eher ein Schattendasein zu fristen. Dass es auch anderes geht, wurde jüngst im Arnold-Gymnasium (AG) eindrucksvoll demonstriert: Im "Alphahaus" der Schule entstand ein Zeitstrahl, der die Geschichte des Arnold-Gymnasiums mit modernen Elementen und vor allem multimedial nicht nur sichtbar, sondern auch erlebbar macht.

Bei der Vernissage der "Timeline", wie die besondere Chronik im AG offiziell genannt wird, betonte Schulleiterin Ursula Kick-Bernklau, dass der ehemalige stellvertretende Schulleiter Jochen Dotterweich die "grandiose Idee" gehabt habe, die Geschichte des AG lebendig darzustellen. Mit einem Augenzwinkern meinte sie: "Gott sei Dank wurde er im Jahr 2018 pensioniert. Somit hatte er viel Zeit, sich des Projektes anzunehmen."

Langer Entstehungsprozess

Kick-Bernklau verdeutlichte, dass an der Verwirklichung der "Timeline" viele Menschen beteiligt gewesen seien, die sich von der historischen Begleitung bis hin zur multimedialen Umsetzung mit viel Herzblut eingebracht hätten. "Es war ein langer Prozess", verdeutlichte die Schulleiterin.

Jochen Dotterweich erinnerte an seinen verstorbenen Kollegen Bernd Stamm, der sich viele Jahre um die Chronik der Schule gekümmert habe. Anfangs habe dieser nach eigenem Bekunden diese Arbeit als nicht unbedingt ertragreich angesehen. "Im Alter wird man schlauer", stellte Dotterweich fest und ergänzte: "Man muss in die Vergangenheit schauen, um Zukunft planen zu können." Dies war für ihn offenbar die Inspiration, das umfangreiche Projekt anzugehen.

Stolz auf den digitalen Part

Gerade die Mischung aus der analogen und der digitalen Welt zeichnet den Zeitstrahl aus. Großformatige Tafeln informieren über Menschen, die für das AG wichtig waren, rufen viele, auch politisch bedingte Umstrukturierungen in Erinnerung und erzählen wichtige und erwähnenswerte Ereignisse aus dem Schulleben. Aber auch das Schulverständnis wird in großformatigen Bildern visualisiert.

Besonders stolz ist Dotterweich auf den digitalen Part des Zeitstrahls: Über einen Laptop kann man sich die verschiedensten Themen rund um das AG auf einem großen Bildschirm anzeigen lassen.

Natürlich sind hier auch die Fotos der Abschlussklassen verewigt. "Wer wissen will, wie Jürgen Heike als Schüler ausgesehen hat, hat hier die Möglichkeit dazu", erklärte Dotterweich humorvoll.

Die "Timeline" bietet aber noch mehr digitale Entfaltung. Glanzpunkte sind die sogenannten "QR-Codes", jene quadratische Matrix, die elektronisch lesbar ist. Dotterweich erklärte hierzu, dass man sich mit Hilfe des Smartphones weitere Ebenen der Schulchronik erschließen könne. Abgerufen werden diese Informationen über eine eigens hierfür programmierte Datenbank, die ständig ergänzt und ausgebaut werden kann. Ursula Kick-Bernklau versicherte, dass die "Timeline" auch in Zukunft fortgesetzt werde.

Dass das Projekt überhaupt realisiert werden konnte, ist dem finanziellen Engagement verschiedener Sponsoren, allen voran des Fördervereins des AGs, zu verdanken. Zu den Investitionskosten wollte sich die Oberstudiendirektorin nicht äußern.

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