Gerach

Gerach zittert vor der Schuldenlast

2018 ist noch überschaubar, aber im nächsten Jahr drücken Finanzierungspflichten.
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Als wenig rosig sah die Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Baunach, Doris Müller, die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde Gerach bei der Vorstellung des Haushaltsplanes 2018 in der Sitzung des Gemeinderates Gerach. Dies lag aber beileibe nicht daran, dass der Gemeinderat mit Bürgermeister Gerhard Ellner (SPD) schlecht gewirtschaftet hätte, sondern vielmehr an einer Fülle von unausweichlichen Investitionen und Maßnahmen, für die die Gemeinde zunächst in Vorlage treten muss und entsprechende Rückflüsse, wie zum Beispiel bei der Erschließung des Baugebietes "Am Reckendorfer Weg", erst in den darauffolgenden Jahren erfolgen.
So gibt der voraussichtliche Schuldenstand der Gemeinde, der für die nächsten Jahre prognostiziert wurde, ein besorgniserregendes Bild ab. Noch überschaubar der Schuldenstand zum Ende des laufenden Jahres mit 392 841 Euro, der einer Pro- Kopf-Verschuldung bei 933 Einwohnern von 421 Euro entspricht und damit unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden, der bei 651 Euro liegt. Während jedoch in 2018 noch keine Darlehensaufnahme fällig ist, geht es 2019 richtig in die Vollen: 1 659 300 Euro müssen als Kredit finanziert werden, so dass der Schuldenstand dann 2 052 141 Euro betragen würde.
Hier mahnte jetzt das Landratsamt Bamberg an, dass Darlehen nur dann genehmigt werden könnten, wenn die Realsteuerhebesätze erheblich erhöht würden, die Grundsteuer A und B auf wenigstens 500 Prozent und der Gewerbesteuersatz auf 400 Prozent. Dies mache, rechnete der Bürgermeister vor, für ein mittelgroßes Anwesen eine Erhöhung von rund 60 Euro im Jahr aus - sei also verkraftbar, zumal die Gemeinde sonst in Gefahr laufe, handlungsunfähig zu werden.


Knappe Entscheidung

Schwerer taten sich damit Teile des Gemeinderates, die Gerach ohnehin an der Spitze der Gebührenspirale sahen und sich vom Landratsamt stiefmütterlich behandelt fühlten. Hier müsse auf jeden Fall das Gespräch mit dem Landratsamt gesucht werden, hieß es. Knapp am Ende die Entscheidung: Mit 7:4 Stimmen stimmte der Gemeinderat für eine Erhöhung des Grundsteuerhebesatzes auf 490 Prozent und des Gewerbesteuersatzes auf 400 Prozent.
Dicke Brocken will die Gemeinde mit dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses mit Stelllplätzen, für die im Haushaltsjahr 2018 immerhin 215 000 Euro fließen sollen und in den Finanzplanungsjahren 2019 und 2020 noch 300 000 und 135 000 Euro. Die Erschließung des Baugebietes "Am Reckendorfer Weg", wo neben einem Mischgebiet weitere 19 Bauplätze entstehen sollen, wird die Finanzplanungsjahre 2019 und 2020 erheblich belasten. 150 000 Euro werden wohl an der Gemeinde beim Radwegausbau von Gerach nach Laimbach hängenbleiben, die Gesamtausgaben betragen 1 056 000 Euro.
Die dringend erforderliche Kanalsanierung wird die Gemeinde Gerach in den nächsten Jahren mit fünf Sanierungsabschnitten mit jeweils 250 000 Euro belasten und für einen Neu- oder Anbau der dringend erforderlichen Kinderkrippe wurden im Finanzplanungsjahr 400 000 Euro eingeplant, wobei die staatliche Förderung jedoch bei 90 Prozent liegt. Zur Haushaltssanierung steht auch eine Erhöhung der Abwassergebühren ins Haus, sie soll von 2,17 Euro pro Kubikmeter auf 3,75 Euro im nächsten Jahr steigen. Die Wassergebühren bleiben mit 0,69 Euro pro Kubikmeter jedoch weiter sehr gering.
Noch nicht in trockenen Tüchern ist die 1. Änderung des Bebauungsplanes "Am Reckendorfer Weg": Hier beanstandete die Naturschutzbehörde des Landratsamtes den Flächenausgleich als zu gering. Nun sollen neue Flächen geschaffen werden, eine Neuauslegung ist nicht erforderlich, so dass in der nächsten Sitzung eine Entscheidung fallen wird.
Ein bisschen Positives gab es vom Bürgermeister in seinem Kurzbericht: Die traditionelle Kirchweih, die Ende Juni stattfand, wurde von der Bevölkerung gut angenommen und neben den Schaustellern mit Autoscooter sorgte ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Geracher Vereinen für Abwechslung.
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