Haßfurt
Organisation

Geplanter Mainfranken-Verkehrsverbund mit Kreis Haßberge kommt voran

Gut ein Jahr ist seit der Gründung der Nahverkehr Mainfranken (NVM) GmbH am 11. Dezember 2017 im Würzburger Rathaus vergangen. Es war quasi der offizielle Startschuss für einen gemeinsamen Verkehrsver...
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Gut ein Jahr ist seit der Gründung der Nahverkehr Mainfranken (NVM) GmbH am 11. Dezember 2017 im Würzburger Rathaus vergangen. Es war quasi der offizielle Startschuss für einen gemeinsamen Verkehrsverbund aus Stadt und Landkreis Würzburg, den Landkreisen Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge sowie Stadt und Landkreis Schweinfurt. Die Thematik und der Weg zum Ziel, das war von Anfang an allen Beteiligten klar, sind komplex und langwierig. "Doch mit dem bislang Erreichten zeigten sich alle Akteure bei ihrem jüngsten Treffen zufrieden und blickten gleichzeitig motiviert nach vorne", teilte die Stadt Schweinfurt jetzt mit.

Das vorrangige kurzfristige Ziel der NVM GmbH besteht in der Integration der Verkehrsunternehmen des bestehenden Verbundes (VVM GmbH) über Kooperationsverträge. "Hier sind die Verhandlungen weit fortgeschritten und die geplante Neustrukturierung des aktuellen Verbundes zum 1. Januar 2020 ist sehr wahrscheinlich", berichtete der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Vorsitzender der NVM GmbH.

Großer Verbund

Für die Fahrgäste ändert sich durch diese Neustrukturierung nichts. Sie ist allerdings notwendig, um eine Verbundraumerweiterung dieser Größenordnung durchführen zu können. Immerhin wäre der Verkehrsverbund dann, gemessen an der Einwohnerzahl (940 000), der drittgrößte in Bayern, bezogen auf die Fläche wäre es sogar der zweitgrößte - nach Nürnberg (VGN).

Der Landrat Florian Töpper (Landkreis Schweinfurt), stellvertretender Vorsitzender der NVM GmbH, erklärt die nächsten Schritte: "Die NVM GmbH wird in enger Zusammenarbeit mit den Verkehrsunternehmen in 2020 eine umfangreiche Verkehrserhebung in allen unseren Städten und Landkreisen durchführen lassen, um das Fahrgastverhalten besser analysieren zu können." Das hierfür notwendige Lastenheft und die Finanzierung sind weitestgehend fertiggestellt. Vor einer Ausschreibung der Verkehrserhebung im zweiten Quartal 2019 müssen noch einige rechtliche Details bezüglich des Verfahrens geklärt werden.

Zur Begleitung der Verkehrserhebung möchte die NVM GmbH einen hauptamtlichen Geschäftsführer einstellen (oder Geschäftsführerin). Der (die) kann zudem den weiteren operativen und personellen Aufbau der NVM GmbH zum 1. Januar 2020 von Beginn an begleiten.

Ganze Region profitiert

"Das Hauptziel der NVM GmbH ist jedoch nach wie vor die Verbundraumerweiterung zum 1. August 2022, von der die ganze Region profitieren wird. Aktuell liegen wir im vorgegebenen Zeitplan, allerdings ist dieser auch stark von externen Faktoren abhängig, auf die wir kaum Einfluss haben", sagt Schuchardt. So stellt etwa die bayerische Staatsregierung wesentlich mehr Mittel für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bereit, aber es gibt, auch bedingt durch den Regierungswechsel, noch keine Richtlinien, wie diese Fördermittel aufgeteilt werden. Hier soll jedoch nach Aussagen aus dem Ministerium zeitnah Klarheit herrschen, um die Umsetzung von verschiedenen Projekten angehen zu können.

Der Landkreis Haßberge gehört seit dem 1. Januar bereits dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) an. Dieser Beitritt war mit vielen Arbeiten im Vorfeld ermöglicht worden. Jetzt strebt er auch den Beitritt zum Mainfranken-Verbund an. Das bedeutet speziell für den Kreis Haßberge eine Reihe von Absprachen: Viel muss koordiniert und organisiert werden. Gleichwohl ist der Landkreis davon überzeugt, wie immer wieder betont worden ist, dass beide Verbünde wichtig sind. ks

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